Lamas, Dampfloks oder Höhlen: Ein Erste-Hilfe-Buch für Familien

Redakteurin Mirjam Marits und Fotograf Clemens Fabry, beide von der „Presse“, geben Antworten auf die Frage: Was machen wir heute?

„Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak mit Fotograf Clemens Fabry, Autorin Mirjam Marits und dem Leiter der Styria Buchverlage, Matthias Opis (von links).
„Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak mit Fotograf Clemens Fabry, Autorin Mirjam Marits und dem Leiter der Styria Buchverlage, Matthias Opis (von links).
„Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak mit Fotograf Clemens Fabry, Autorin Mirjam Marits und dem Leiter der Styria Buchverlage, Matthias Opis (von links). – (c) Mirjam Reither

Es gibt Fragen, die tauchen in Familien immer wieder auf: „Was machen wir heute?“ zum Beispiel. Oder auch „Sind wir schon da?“ fällt in diese Kategorie. Zumindest Erstere kann jetzt recht einfach beantwortet werden. „Presse“-Redakteurin und -Kolumnistin Mirjam Marits hat gemeinsam mit „Presse“-Fotograf Clemens Fabry die Antwort auf diese Frage in Buchform gepackt. In „Raus aus der Stadt“ (Styria Verlag) geben sie Tipps für Ausflugsziele rund um die Stadt – die meisten mit unter einer Stunde Fahrzeit.

Ein „Erste-Hilfe-Buch für Familien“, wie Styria-Verlagsleiter Matthias Opis bei der Buchpräsentation Donnerstagabend in der Mineraliensammlung des Naturhistorischen Museums meint, bei der die beiden aus dem Nähkästchen plauderten.

Planen wie einen Feldzug

Immerhin betreut Marits Woche für Woche auch die Rubrik Stadtflucht in der „Presse am Sonntag“. „Die einzige Fluchtroute, die Sebastian Kurz noch nicht schließen wollte“, wie „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak meint. Da beide privat ohnehin gern die Stadt verlassen, um Ausflüge mit ihren Kindern zu machen (Marits ist Mutter einer siebenjährigen Tochter, Fabry Vater eines gleichaltrigen Sohns), kam bald die Idee auf, diese Erfahrungen mit den Lesern zu teilen. „Das waren wertvolle Erfahrungen. Einen Ausflug muss man planen wie einen Feldzug, sonst geht alles schief, vom Belag des Wurstbrots bis hin zu den falschen Schuhen“, sagt Fabry.

Im Zuge der Recherche für das Buch haben die beiden erprobten Ausflügler dann doch neue Entdeckungen gemacht. Marits hat zum Beispiel den Erlebnispark Gänserndorf wiederentdeckt. Im Vergleich zu ihren Ausflügen als Schülerin (damals war hier ein Safaripark) habe er sich doch gewandelt. Heute sei das ein richtiger Erlebnispark, in dem man 3-D-Bogenschießen kann – „ich hätte nie gedacht, dass mir das Spaß macht“ – oder im Waldklettergarten auf bis zu elf Metern Höhe (gesichert) balancieren. Fabry wiederum haben es eher jene Ausflugsziele angetan, bei denen ein fahrbarer Untersatz zum Einsatz kommt. Von der Gemeindealpe (eines der wenigen Ziele, die etwas weiter von Wien entfernt sind) in Mitterbach am Erlaufsee kommt man etwa recht schwungvoll mit Mountaincarts ins Tal. Ein „ziemlicher Adrenalinkick“, wie Fabry sagt. „Mit Sturzhelm“, ergänzt seine Kollegin. Ähnlich Eindruck hat die Rodelbahn Eibl Jet in Türnitz hinterlassen, die sich mit einem Besuch im Weißen Zoo in Kerndorf kombinieren lässt (in dem weiße Tiger, Kängurus und auch Schneeeulen zu besichtigen sind).

Es war beiden wichtig, ein Buch für die ganze Familie zu machen, sprich Ausflüge vorzustellen, die auch Erwachsenen Spaß machen. „Ich zum Beispiel mag keine Indoor-Spielplätze, bei denen man bei schlechter Luft dem Kind beim Spielen zuschaut“, so Marits. Lieber seien ihr Ausflüge, bei denen sie selbst auch aktiv sein kann. Zum Beispiel das Lama-Wandern im burgenländischen Donnerskirchen, Betreiberin Maria Theresia Striok war bei der Präsentation ebenfalls zu Gast, bei dem tatsächlich schon Vierjährige ein Lama an der Leine führen können. Oder aber den Naturpark Sparbach, der am 24. März mit einer neuen Attraktion eröffnet: Mitte Februar kam dort ein Eselbaby zur Welt.

Stellt sich nur noch die Frage, wie man Kinder für das richtige (nämlich auch von den Eltern favorisierte) Ausflugziel begeistert. Selbst da hat Marits einen Notfallplan. „Die einfachste Variante ist wohl zu sagen: Du darfst dir nachher im Shop etwas aussuchen.“ Aber auch sie kenne das Problem, dass manchmal bei ihrer Tochter ebenso wie bei ihr selbst die Motivation nur schwach vorhanden sei, sich aufzuraffen. „Es zahlt sich aber immer aus. Meine Tochter und ich haben das noch nie bereut.“

ZUM BUCH

Raus aus der Stadt. Mirjam Marits, Clemens Fabry. Styria Verlag, 176 Seiten, 20 Euro.

In dem Buch werden 25 Ausflugsziele in näherer Umgebung Wiens vorgestellt, mit praktischen Tipps (Kinderwagentauglich, öffentlich erreichbar, auch bei Schlechtwetter oder Gastronomie vor Ort).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.03.2018)

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