ORF-Team vor Wiener Atib-Moschee attackiert

Einem Redakteur der Sendung "Orientierung" ist in den Bauch getreten worden. Anrainer wurden Zeugen eines Polizei- und Rettungseinsatz.

Das Atib-Kulturzentrum in Wien-Brigittenau bleibt in den Schlagzeilen.
Das Atib-Kulturzentrum in Wien-Brigittenau bleibt in den Schlagzeilen.
Das Atib-Kulturzentrum in Wien-Brigittenau bleibt in den Schlagzeilen. – APA/GEORG HOCHMUTH

Ein ORF-Journalist wurde bei einem Dreh vor der Brigittenauer Moschee der türkischen Kultusgemeinde Atib gewaltsam angegriffen. Redakteur Zoran Dobric wollte einen Beitrag für das ORF-Magazin "Orientierung" drehen , als ein Mann ihn attackierte. "Wir haben vor dem Gebäude gedreht, plötzlich ging ein aggressiver Mensch auf uns zu und hat mir mit dem Fuß in den Bauch getreten", wird der Journalist auf "krone.at" zitiert. Verletzt wurde bei dem Vorfall laut ORF niemand. Die Polizei erstattete dennoch Anzeige gegen den 34-jährigen österreichischen Staatsbürger.

Dobric wollte eigentlich im Verein ATIB drehen. Dort sei dem ORF-Team aber "sehr freundlich" beschieden worden, dass dies im Verein nicht möglich sei, aber gerne außerhalb. Daraufhin habe das Team u.a. in einem nahegelegenen öffentlichen Park gefilmt. Zwei offenbar türkischstämmige Männer sahen die Dreharbeiten, einer habe Drohungen in Richtung ORF-Team ausgestoßen - und dann den Kameramann und Dobric angegriffen, als dieser die Attacke mit seinem Handy aufzunehmen begann.

Der zweite Mann habe versucht, seinen Begleiter abzuhalten. Als es ihm gelungen sei, ihn wegzuziehen, sei dieser im ATIB-Gebetsraum verschwunden. Die von Dobric verständigte Polizei holte diesen Mann aus dem Gebetsraum. Ob er dem Verein ATIB angehört sei nicht bekannt, teilte der ORF der Austria Presse Agentur mit.

Brigittenauer Moschee in den Schlagzeilen

Die Moschee in Brigittenau machte in den vergangenen Tagen Schlagzeilen wegen Bildern uniformierter Kinder, die die Schlacht von Çanakkale nachgestellt haben sollen. Teils wurden sie als verstorbene Märtyrer, abgedeckt mit türkischen Fahnen fotografiert. Der Imam musste daraufhin die Leitung der Gemeinde abgeben. Die Empörung nicht nur der Wiener Politik war groß.

Die FPÖ wolle den Fall erst kommentieren, wenn mehr Fakten bekannt sind, hieß es in einer Aussendung der Bezirkspartei. "Sollten sich die Augenzeugenberichte bestätigen, haben wir hier in der Brigittenau, in ganz Wien und ganz Österreich ein gewaltiges Problem", wird Bezirksparteiobmann Gerhard Haslinger zitiert. Haslinger ist auch Sicherheitssprecher der Wiener FPÖ. Man erwarte vom ORF eine genaue Berichterstattung über den Vorfall.

>>> Der Artikel auf "krone.at"

(Red.)

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