"Gezielte Sabotage": Nagelneue Züge beschädigt

Nur einen Tag waren die "Flirt"-Züge zwischen Salzburg und Bayern unterwegs: In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte die fünf Garnituren beschädigt, obwohl sie an 35 Kilometer entfernten Bahnhöfen standen.

GRAFFITI AN FLIRT-ZUGSGARNITUREN
GRAFFITI AN FLIRT-ZUGSGARNITUREN
(c) APA/Neumayr/MMV (Neumayr/mmv)

Die Berchtesgadener Land Bahn ist in der Nacht auf Freitag Opfer eines gezielten Sabotage-Akts geworden. An den Bahnhöfen in Berchtesgaden und Freilassing beschädigten unbekannte Täter alle fünf nagelneuen Zuggarnituren, die erst am Donnerstag ihre Jungfernfahrt absolviert haben. Nun stehen sie vorerst wieder. Die Schadenshöhe liegt bei rund 100.000 Euro.

Am Freitagmorgen wurde der Schaden bemerkt, den Unbekannte an den Züge in den beiden 35 Kilometer voneinander entfernten Bahnhöfen angerichtet hatten. "Die Polizei spricht von einem gezielten Sabotage-Akt und schätzt den Schaden auf rund 100.000 Euro", so Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Bahn. Insgesamt waren an den Fahrzeugen rund 30 Scheiben eingeschlagen, an zwei Triebwagen waren auch Graffiti aufgesprüht. "Es sind sehr viele unterschiedliche Scheibenarten, so dass es mit den Ersatzteilen sehr schwierig wird." Und in einem anderen Zug, der als Ersatz dient, hatten die Täter im Führerstand den Inhalt des Feuerlöschers versprüht.

Wann die Züge wieder einsatzbereit sind, kann der Geschäftsführer noch nicht sagen. Derzeit könne mit Ersatzzügen zwar der 30-Minuten-Takt gehalten werden, allerdings müsse zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden auf den Bus umgestiegen werden. Hinweise auf die Täter hat Schuchmann keine, aber "natürlich gibt es überall Neider".

Verzögerung für grenzüberschreitende Züge

Die Züge sollten den Nahverkehr im Grenzraum zwischen Bayern und Salzburg neu gestalten: Die ÖBB und die Berchtesgadener Land Bahn wollen den Zugverkehr dies- und jenseits der Grenze verbinden. Ab 8. März sollten die neuen Zuggarnituren der Bayern daher über Salzburg weiter bis nach Golling durchgebunden werden. Nach dem Sabotage-Aktdürfte sich der Start aber verzögern, sagte Schuchmann.

Schuchmanns Unternehmen hatte vor über zwei Monaten fünf neue hochmoderne Garnituren der Marke "Flirt" erhalten, die von Behindertengerechtigkeit bis Klimatisierung praktisch alle Stücke spielen. Allerdings fehlte noch die Freigabe durch das Eisenbahn-Bundesamt, weshalb die Garnituren die ganze Zeit noch in Freilassing auf ihren Einsatz warten mussten. Mittwoch und Donnerstag kam schließlich die lang ersehnte Zulassung und noch am Donnerstag rollten erstmals die neuen Züge zwischen Freilassing und Berchtesgaden.

(APA)

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