Prozess um angeblich IS-motivierten Mord an Ehepaar startet

Der Angeklagte im Linzer Mordprozess um ein getötetes Ehepaar soll laut den Ermittlern ein IS-Sympathisant sein. Kommende Woche startet die dreitägige Verhandlung mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen.

Archivbild: Ermittler im Juli 2017 am Tatort
Archivbild: Ermittler im Juli 2017 am Tatort
Archivbild: Ermittler im Juli 2017 am Tatort – APA

Ein 55-jähriger Mann muss sich kommende Woche vor dem Linzer Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Vorjahr ein älteres Ehepaar getötet und in ihrem Haus ein Feuer gelegt zu haben. Der Mann hatte die späteren Opfer regelmäßig mit Lebensmitteln aus dem Bio-Laden seiner Lebensgefährtin beliefert.

Kurz nach der Tat stellte sich der Tunesier, der seit langem in Österreich lebt, der Polizei. Er gab als Motiv an, er habe ein Exempel an der Gesellschaft und der FPÖ, durch die er sich als Ausländer und Muslim diskriminiert fühlte, statuieren wollen. Ein Sohn des getöteten Paares arbeitet in einer von einem blauen Politiker geführten Abteilung des Landes, allerdings hätte die Familie kein Naheverhältnis zu den Freiheitlichen. 

Laut Ermittlern hat der Angeklagte zuvor auf Facebook dem IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue geschworen haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Mord, Brandstiftung sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen und kriminellen Vereinigung zur Last. Sie will neben einer Verurteilung die Einweisung in eine Anstalt.

Hinweise auf eine Beteiligung des IS oder gar ein Bekenntnis der Terrororganisation zu der Tat sind bisher nicht aufgetaucht. Dennoch werden bei dem am Montag startenden dreitägigen Prozess verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gelten. Ein Urteil ist dann am Mittwoch zu erwarten.

(APA)

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