Menschenhandel: 15 Prostituierte in Niederösterreich befreit

In Niederösterreich wurden fünf Beschuldigte wegen dem Verdacht auf organisierten Menschenhandel verhaftet. 15 zur Prostitution gezwungene Frauen wurden befreit, man hatte ihnen in Venezuela Jobs als Kindermädchen versprochen.

In Niederösterreich wurden fünf Beschuldigte wegen dem Verdacht auf Menschenhandel verhaftet. 13 Frauen aus Venezuela und Kolumbien, die zur Prostitution gezwungen worden waren, wurden aus der Gewalt der Tätergruppe befreit - zwei weitere waren gerade auf dem Weg nach Österreich.

Ins Rollen kam der Fall, nachdem sich ein Opfer im März befreit und an die Polizei gewandt hatte, teilte Omar Haijawi-Pirchner vom Landeskriminalamt Niederösterreich mit. Die Tätergruppe habe seit mindestens Ende 2016 agiert.

Prostitution statt Kinderbetreuung

Den Ermittlern zufolge waren die jungen Frauen in Venezuela in Diskotheken und auch im Internet als Kindermädchen angeworben worden. Die Realität nach der Ankunft in Österreich sah freilich anders aus. Die Opfer wurden - durch Drohungen eingeschüchtert - zur Prostitution in angemieteten Wohnungen gezwungen.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Frauen und drei Männer aus Venezuela. Vier von ihnen sind venezolanisch-spanische Doppelstaatsbürger. Als "Chefin" habe eine 33-jährige Venezolanerin fungiert. Das eingenommene Geld mussten die jungen Frauen zur Gänze abliefern.

Die Ermittlungen dauern an, auch das Bundeskriminalamt und die spanische Policia Nacional sind in dem Fall eingebunden. Es werde nicht ausgeschlossen, dass es weitere Opfer gibt, sagten die Ermittler in einer Pressekonferenz.

(APA)

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