Mafia in Österreich: "Es sind viele unter uns"

Die Ost-Mafia verfügt laut Bundeskriminalamt in Österreich über gewachsene Strukturen. Deren Paten leben in Saus und Braus, sie leben von Einzahlungen in die Gemeinschaftskasse.

Sichergestellte Beute
Sichergestellte Beute
(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

"Sie haben ein schönes Leben gehabt, schöne Wohnungen, tolle Autos", meinte Ernst Geiger vom Bundeskriminalamt über die zwei Paten einer georgischen Mafiabande, die im Zuge der "Operation Java" ins Netz der Ermittler geriet. Einer offiziellen Beschäftigung gingen die beiden nicht nach. Sie wurden von den Einzahlungen in die Gemeinschaftskasse ("Obschak") durch die verkaufte Beute finanziert.

"Wenn die Ladendiebe wertvolle, schöne Stücke erbeuten, dann werden diese zuerst den Paten angeboten für den persönlichen Gebrauch oder für Freundinnen", meinte Geiger am Freitag im ORF-Morgenjournal. Der Rest käme in die Gemeinschaftskasse, aus der das Leben der Paten finanziert wurde. "Die sind privilegiert, sie sind reich und haben Einfluss", so Geiger.

Viele, kleinere Häuptlinge

Österreich sei aufgrund seiner Lage besonders attraktiv für die Mafia. Sie verfüge hier über gewachsene Strukturen, etwa durch Einwanderungswellen aus Russland. "Die sind vor allem am Mexikoplatz. Da gibt es dann Familienabhängigkeiten und Freundschaften", so Geiger. Kleinere mafiöse Gruppen kämen auch aus anderen osteuropäischen Ländern. Das seien aber eher "kleinere Häuptlinge", so Geiger: "Es sind viele unter uns."

Der nun zerschlagenen Organisation werden "Hunderte Einbruchsdiebstähle und Tausende Diebstähle" zur Last gelegt. Der Schaden beträgt laut Geiger mehrere Millionen Euro, auf den Konten der Kriminellen dürften mehrere hunderttausend Euro gebunkert sein. "Das Geld wird kreuz und quer durch Europa geschickt", so Geiger.

(Ag./Red.)

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