Nachruf: Joop Roeland: Priester, Rektor und Freigeist

WIEN (wb). „Verlorene Wörter“, hieß sein letztes Buch, das 2009 vom Domverlag herausgegeben wurde. Nun hat ihn die Welt verloren. Pater Joop Roeland verstarb am 18. März kurz vor seinem 79. Geburtstag. Der Priester und Schriftsteller mit holländischen Wurzeln hat über viele Jahre Wiens katholisches Kulturleben geprägt. Stets war er für neue Ideen zu begeistern. Die engen Grenzen, die sonst in der Kirche gezogen wurden, versuchte er auszudehnen – und überall dort zu durchbrechen, wo ihm das seine Menschlichkeit gebot.

Joop Roeland waren die Anliegen der jungen Menschen stets heilig. So feierte er 1984 mit den Aubesetzern in Hainburg eine Messe. Und obwohl er innerhalb der Kirche bei vielen auf Unverständnis stieß, gab er auch homosexuellen Paaren eine seelsorgerische Heimat.

So besonders, so vielschichtig Joop Roeland war, so bescheiden blieb er. Er zählte auch viele prominente Politiker zu seinen Freunden; darunter Erhard Busek oder Franz Fischler.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2010)

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