Antisemitismus im Integrationsbereich: IKG-Generalsekretär Fastenbauer schult Lehrer und Trainer

Eine neue Seminarreihe des Österreichischen Integrationsfonds in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde schult Lehrer sowie Trainer von Werte- und Orientierungskursen im Umgang mit antisemitischen Äußerungen von muslimischen Flüchtlingen. Am Donnerstag fand das zweite Seminar mit IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer in Salzburg statt.

Fastenbauer
Fastenbauer
Raimund Fastenbauer bei seinem Vortrag im Integrationszentrum Salzburg des Österreichischen Integrationsfonds. – ÖIF/IZ Salzburg

Am Donnerstag, 18. Oktober, hielt Raimund Fastenbauer, Generalsekretär des Bundesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) in Österreich und Generalsekretär für jüdische Angelegenheiten der IKG Wien, im Integrationszentrum Salzburg des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) ein Seminar zu Antisemitismus im Integrationsbereich. Mehr als 20 Teilnehmer von Stadt und Land Salzburg sowie Bildungseinrichtungen und NGOs nahmen teil.

Erfahrungsberichte aus der Arbeit mit Flüchtlingen zeigten laut ÖIF den Bedarf an Hilfestellungen in Zusammenhang mit Fällen von Antisemitismus, antisemitischen Haltungen bzw. Radikalisierung unter Flüchtlingen. Die neue Seminarreihe „Grundlagenwissen über Antisemitismus und Radikalisierung“ schult Praktiker, die mit Flüchtlingen arbeiten - darunter etwa Lehrer, Deutschtrainer und Mitarbeiter in Beratungsstellen. Das erste Seminar fand Ende August in Wien statt.

Antisemitischen Aussagen entgegenwirken

Geleitet wurde das Seminar am Donnerstag in Salzburg von IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer, der das Angebot gemeinsam mit dem ÖIF entwickelt hat, und Yvonne Anreitter, ÖIF-Bereichsleiterin für Werte- und Deutschkurse. „In den vergangenen drei bis vier Jahren hat sich die Zahl der antisemitischen Vorfälle nahezu verdoppelt", sagt Fastenbauer. Viele Flüchtlinge sind in ihren Herkunftsländern von Kindheit an mit antisemitischer Propaganda und antisemitischen Motiven konfrontiert. Häufig berichten Trainer und Berater, dass Antisemitismus unter Flüchtlingen und Zuwanderern weitverbreitet und beinahe selbstverständlich zu sein scheint. Daher ist es notwendig, hier aktiv gegenzusteuern."

"Relativieren nicht der richtige Ansatz"

"Wir wollen mit diesem neuen Angebot jene unterstützen, die täglich mit Flüchtlingen zusammenarbeiten und ihnen Wege aufzeigen, mit antisemitischen Aussagen und Haltungen umzugehen", sagt Yvonne Anreitter. "Denn zu relativieren oder zu ignorieren ist nicht der richtige Ansatz. In den Seminaren erarbeiten wir deshalb mit den Teilnehmern gemeinsam konkrete Strategien."

Nächster Termin im November in Linz

In den eintägigen Seminaren erhalten die Teilnehmer Grundlagenwissen zu Antisemitismus und Radikalismus. Behandelt werden sowohl der historische Kontext und die Definitionen von Antisemitismus als auch aktuelle Entwicklungen des muslimischen Antisemitismus in Österreich. Zudem werden mögliche Ursachen für Radikalisierung und Fallbeispiele aus der Praxis diskutiert.

Der nächste Termin der Seminarreihe "Grundlagenwissen über Antisemitismus und Radikalisierung" findet am 6. November 2018 im Integrationszentrum Oberösterreich des ÖIF in Linz statt.

>> Details auf www.integrationsfonds.at

(kb)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Antisemitismus im Integrationsbereich: IKG-Generalsekretär Fastenbauer schult Lehrer und Trainer

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.