Wartezeit auf Strahlentherapie in Niederösterreich verdoppelt

Der Rechnungshof kritisiert die Strahlentherapie-Versorgung in Niederösterreich. Längere Wartezeiten und Anzahl der Geräte wurden bemängelt.

THEMENBILD:  KRANKENHAUS / ?AeRZTE
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APA/HELMUT FOHRINGER

Niederösterreicher müssen viel länger als früher auf eine Strahlentherapie warten. Das hat der Rechnungshof (RH) in einem Bericht über die Wartezeiten in Spitälern veröffentlicht. Zudem wird kritisiert, dass es zu wenige Linearbeschleuniger gebe. In zwei Krankenhäuser in Niederösterreich (Universitätsklinikum Krems, Landesklinikum Wiener Neustadt) sowie in Vorarlberg (Landeskrankenhaus Feldkirch) wurde geprüft, wie lange Patienten auf einerseits strahlentherapeutische Behandlungen warten müssen.

In Niederösterreich müssen Patienten etwa zwei Wochen auf den Beginn ihrer Strahlentherapie warten. In Krems warten Patienten rund 13 Tage, in Wiener Neustadt rund 16 Tage auf Therapiebeginn. Dabei hat sich der Anteil derer, die auf den Beginn ihrer Bestrahlung warten müssen, in Wiener Neustadt verdoppelt. In Krems ging der Anteil der Patienten mit Wartezeit auf Strahlentherapie leicht zurück, er betrug von 2015 bis zum ersten Halbjahr 2017 rund 50 Prozent. 

Im Landeskrankenhaus Feldkirch in Vorarlberg, das der RH ebenfalls unter die Lupe nahm, ergaben sich laut dem Bericht "keine relevanten Wartezeiten". So wird jene Spanne bezeichnet, die zwischen dem aus medizinischer Sicht letztmöglichen ersten Bestrahlungstermin und dem tatsächlichen Start liegt.

Zu wenig Linearbeschleuniger

Zudem gab es im Überprüfungszeitraum von Mai bis Oktober 2017 insgesamt sechs Linearbeschleuniger, mit denen aber nicht die vorgegebene Versorgungsdichte erreicht wurde. Die liegt bei in der Zone Ost (Wien, Niederösterreich, nördliches Burgenland) bei 219.000 Einwohnern pro Linearbeschleuniger. Das waren mehr als der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖGS) 2012 (100.000 bis 140.000 Einwohner pro Gerät) bzw. der ÖSG 2017 (130.000 bis 150.000) vorgeben.

Dem Land Niederösterreich sowie der NÖ Landeskliniken-Holding empfiehlt der RH  gemäß dem Großgeräteplan des ÖSG 2017 bis 2020 eine Erhöhung auf neun Linearbeschleuniger aufzustocken. Zudem sollen rechtzeitige Maßnahmen gesetzt werden, damit auch das dafür erforderliche Personal bereitsteht.

(red.)

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