"Lehrgang für Terror": Prozess in Graz startete

Nach Terror-Razzia: Start für „Nachzüglerprozess“.

ls Spätfolge einer großen Anti-Terror-Razzia in Wien und Graz Ende Jänner 2017 sind am Montag zwei mutmaßliche Jihadisten vor einem Geschworenensenat gestanden.
ls Spätfolge einer großen Anti-Terror-Razzia in Wien und Graz Ende Jänner 2017 sind am Montag zwei mutmaßliche Jihadisten vor einem Geschworenensenat gestanden.
ls Spätfolge einer großen Anti-Terror-Razzia in Wien und Graz Ende Jänner 2017 sind am Montag zwei mutmaßliche Jihadisten vor einem Geschworenensenat gestanden. – (c) Clemens Fabry

Graz. Als Spätfolge einer großen Anti-Terror-Razzia in Wien und Graz Ende Jänner 2017 sind am Montag zwei mutmaßliche Jihadisten vor einem Geschworenensenat gestanden. Das Duo musste sich im Straflandesgericht Graz wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und in einer kriminellen Organisation und auch wegen Bildung einer staatsfeindlichen Verbindung verantworten.

Die beiden Angeklagten, 24 und 38 Jahre alt, hatten sich 2015 in einem islamischen Kulturverein in Wien kennengelernt. Beide sollen versucht haben, neue Mitglieder für die – mittlerweile durch diverse militärische Operationen aufgeriebene – Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuwerben. Der 38-Jährige soll laut Anklage andere überredet haben, nach Syrien zu gehen und sich dem IS anzuschließen.

Zwei Paare und ihre neun Kinder waren unter den Angeworbenen. „Sie gingen direkt in die Hölle“ , so der Staatsanwalt. Wie berichtet, wurden die Eltern nach ihrer Rückkehr in Graz verurteilt. Auch andere bei der damaligen Großrazzia verhaftete Personen sind mittlerweile längst verurteilt worden.

 

Sprengstoffspuren entdeckt

Der jüngere Angeklagte war selbst bis 2015 in Syrien. Bei ihm fand sich ein USB-Stick mit Texten zu den Themen „Sprengstoff-Bombenlehre“, „Anschlag mit Mobiltelefon“, „Herstellung und Verwendung biologischer Waffen“ oder „militärische Nutzung von Elektronik“ etc. „Das war ein Lehrgang zur Durchführung von Terroranschlägen“, befand der Staatsanwalt. Auch waren, wie berichtet, an der Tür der in Wien Floridsdorf liegenden Wohnung des Mannes Spuren des Sprengstoffs TNT gefunden worden. Der Prozess wird heute, Dienstag, fortgesetzt. Am Mittwoch sollen die Urteile gefällt werden. (m. s./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2018)

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