Hofer unterstützt Petition für Lkw-Abbiegeassistent

Knapp 14.000 Personen haben die Petition bereits unterzeichnet, die nach dem tödlichen Unfall eines neunjährigen Buben initiiert worden war. Verkehrsminister Norbert Hofer prüft nun die Umsetzung "mit Hochdruck".

Berlin Pankow OT Prenzlauer Berg Sch�nhauser Allee Prenzlauer Berg Berlin
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Symbolbild – (c) imago/J�rgen Ritter (imago stock&people)

Nachdem vergangenen Donnerstag ein neunjähriger Bub in Wien am Schulweg von einem abbiegenden Lkw getötet worden war, haben Privatpersonen am Montag eine Online-Petition für verpflichtende Lkw-Abbiegeassistenten gestartet. Diese fand bis Mittwochmittag knapp 14.000 Unterstützer. Am Mittwoch hat auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), an den die Petition gerichtet ist, seine Unterstützung via Twitter kundgetan. Das Ministerium "prüft die technische und legistische Umsetzung mit Hochdruck", schrieb Hofer.

Er kündigte auch an, mit der Interessensvertretung der Frächter Kontakt aufzunehmen. "Derzeit laufen Prüfungen, was überhaupt gemacht werden kann, was würde es kosten und wie viele Lkw betrifft es", sagte Pressesprecherin Elisabeth Hechenleitner.

Der Vater des getöteten Buben hatte sich mit bewegenden Worten via Twitter an die Öffentlichkeit gewandt: "Unser größtes Glück ist uns genommen worden. Unser geliebter Sohn Henry ist auf dem Schulweg von einem abbiegenden Lkw überfahren (worden). Er durfte nur neun Jahre leben. Vielleicht erspart diese Initiative anderen Menschen die Verzweiflung, die wir fühlen", twitterte der Vater und verlinkte die Petition. Unter den Initiatoren befindet sich unter anderem Helge Fahrnberger vom Medienblog "Kobuk", unterstützt wird sie beispielsweise vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der Radlobby Österreich.

Petition an Verkehrsminister Hofer

Die Petition ist an Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gerichtet. Er wird zur verpflichtenden Nachrüstung von Lkw mit elektronischen Abbiegeassistenten auf nationaler Ebene zum frühestmöglichen Zeitpunkt aufgefordert. Eine Sprecherin des Ministers hatte noch am Dienstag gegenüber der APA gesagt, dass der Verkehrsminister zunächst die Ergebnisse eines bereits 2017 gestarteten Pilotprojekts abwarten wolle. Dieses läuft noch bis Ende April, erste Zwischenergebnisse seien "sehr vielversprechend". 15 Busse und Lkw wurden hierfür mit einem System mit Rundum-Kameras ausgestattet.

Abbiegeassistenten mit automatischer Bremsfunktion schützen Fußgänger und Radfahrer, die sich beim Abbiegen im toten Winkel eines Lkw befinden. Im Vorjahr starben in Österreich 14 Fußgänger und Radfahrer bei Unfällen mit Lkw. Hofer wird in der Petition auch dazu aufgefordert, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, damit die geplante Einbau-Verpflichtung, die derzeit für neuzugelassene Lkw ab 2024 vorgesehen ist, vorgezogen wird. Außerdem solle der Fuhrpark der öffentlichen Hand sofort nachgerüstet werden. "Solche Systeme kosten wenige hundert Euro pro Fahrzeug und würden sehr viele Menschenleben retten. Handeln Sie jetzt, Herr Minister!", fordern die Initiatoren.

>> Online-Petition

(APA)

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