Studie: Arabische und türkische Migranten sind judenfeindlicher

Eine Antisemitismus-Studie im Auftrag des Parlaments sieht in Österreich einen antisemitischen "Kern-Bodensatz" von zehn Prozent. 70 Prozent der arabischsprechenden Befragten lehnen den Staat Israel ab.

Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen die israelische Politik in Wien.
Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen die israelische Politik in Wien.
Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen die israelische Politik in Wien. – (c) REUTERS (Heinz-Peter Bader)

Eine Antisemitismus-Studie im Auftrag des Parlaments sieht in Österreich einen antisemitischen "Kern-Bodensatz" von zehn Prozent. Weiter verbreitet ist die Judenfeindlichkeit bei Menschen, die türkisch oder arabisch sprechen, erhob das Institut IFES.

Befragt wurden für die Antisemitismus-Studie von IFES insgesamt 2700 Personen in einem "Methoden-Mix" - also sowohl telefonisch, als auch online und im direkten Gespräch. Eine sogenannte Aufstockungsgruppe stellten dabei türkisch- und arabischsprechende Menschen dar, die jeweils an die 300 der Befragten ausmachten. Die Studie befindet sich derzeit kurz vor Fertigstellung, ein endgültiges Ergebnis wird voraussichtlich am 15. März vorliegen.

"Harter Kern" rückläufig

Die Muster, wo und in welchen Gruppen Antisemitismus verbreitet ist, gestalten sich laut IFES vielschichtig. So sei zwar ein harter "Kern-Bodensatz" von zehn Prozent an Menschen mit antisemitischen Einstellungen zu beobachten, wobei dieser Prozentsatz jedoch im langjährigen Vergleich jedoch rückläufig ist. Lerneffekte führten auch zu positiven Veränderungen, junge und gebildete Menschen seien zudem resistenter gegen Antisemitismus.

Weiter verbreitet ist Antisemitismus allerdings bei jenen Menschen in Österreich, die Türkisch oder Arabisch sprechen. Das zeige sich auch durch eine signifikante Ablehnung des Staates Israel. Der Aussage "Wenn es den Staat Israel nicht mehr gibt, dann herrscht Frieden im Nahen Osten" stimmten insgesamt zehn Prozent zu, arabischsprachige Menschen stimmten aber mit 70 Prozent zu, bei türkischsprachige war es knapp die Hälfte.

 

(APA/red.)

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