Forderung nach Priesterweihe für Frauen

Frauen müssten alle Ämter zugänglich gemacht werden.

Wien. Anlässlich des heutigen Weltfrauentags fordert die Katholische Frauenbewegung Österreichs (KFBÖ), die „Machtfrage“ zu thematisieren und alle Weiheämter für Frauen zu öffnen. Es gelte, durch strukturelle Veränderungen in Kirche und Gesellschaft Missbrauch zu verhindern, sagt die KFBÖ-Vorsitzende Veronika Pernsteiner laut Kathpress.

In der Kirche sei der Kampf um Gleichberechtigung, wie auch die aktuelle Debatte um sexuellen Missbrauch offenlege, „mehr als ein Gebot der Stunde“.

 

„Primär Strukturproblem“

Pernsteiner betrachtet Übergriffe durch Kirchenvertreter primär als Machtmissbrauch, und dieser wiederum sei „primär ein strukturelles Problem“. In der Kirche brauche es deshalb „Reformen in der Amtsstruktur, die das bestehende Machtgefälle zwischen Männern und Frauen, Klerus und Laien aufheben, dazu eine radikale Wende in der Sexualmoral“.

Konkret plädiert sie für die Öffnung aller Weiheämter für Frauen, um einem „den Missbrauch begünstigenden Klerikalismus“ entgegenzutreten. Geeigneten Männern wie Frauen seien alle Ämter zugänglich zu machen. Eine Trennung von Weihe- und Leitungsamt in der Kirche solle „Macht verteilen helfen“, so Pernsteiner. „Geistliche Macht“, die im Weihesakrament verliehen wird, dürfe nicht im Sinne von „beherrschen“ verstanden werden, sondern „ermächtigen“. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.03.2019)

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