Milde Pollensaison steht bevor

Die Pollensaison startet heuer später. Erstmals wurde ein Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität und allergischen Beschwerden nachgewiesen.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) APA/AFP/Lehtikuva/MIKKO STIG (MIKKO STIG)

Wien. Gute Nachrichten für Allergiker: Der kalte und schneereiche Jänner hat für einen späteren Beginn des Pollenflugs der Frühblüher Erle und Hasel gesorgt. Ersten Schätzungen zufolge besteht zudem Hoffnung auf eine weniger intensive Birkenblüte, sagten Experten der Med-Uni Wien bei einem Pressegespräch am Donnerstag.

Nach wie vor müsse aber in einigen Regionen mit hohen Pollenkonzentrationen von Erle und Hasel gerechnet werden, sagt Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst. Als etwas widersprüchlich erweise sich die Prognose der Birkenblüte, die nächste Woche beginnen dürfte. „Die Phänologie (Lehre von periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen von Pflanzen und Tieren, Anm.) spricht für ein weniger starkes Jahr, die Modelldaten bringen aber ganz unterschiedliche Ergebnisse.“ Es gebe jedenfalls „berechtigte Hoffnung“ auf eine weniger starke Birkenblüte. Grundsätzlich beginnt etwa die Birke ihre Pollen an den Wind abzugeben, wenn die Temperatur konstant auf über 15 Grad steigt. Nach einer intensiven Saison 2018 sei damit zu rechnen, dass der beliebte Alleebaum heuer weniger stark blühen wird, denn laut seinem biologischen Muster folgt meist einer schwächeren Saison eine starke.

 

Einfluss von Ozon

Ob die Belastung trotz geringeren Pollenflugs persönlich als leichter empfunden werden kann, hänge neben dem Wetter von vielen weiteren Details ab. Ein Faktor ist die Frage, wie die Saison beginnt und verläuft: Steigen die Pollenkonzentrationen langsam an, kann sich der Körper besser auf die Belastung einstellen, und man empfindet die Saison als insgesamt nicht so stark. Bei einem plötzlichen Start oder einer sprunghaften Steigerung wird die Belastung als bedeutend heftiger erlebt. Diese Faktoren können je nach Region stark variieren. Die nächste Belastungswelle erfolgt jedenfalls mit der Esche bzw. deren Blühbeginn ab Mitte bis Ende März. Weil die vergangenen zwei Jahre bereits überdurchschnittlich ausgefallen sind, sei eher mit einer weniger intensiven Blüte des allergologisch oft unterschätzten Ölbaumgewächses zu rechnen.

Darüber hinaus müsse man Luftschadstoffe berücksichtigen: Zum ersten Mal weltweit wurde ein direkter Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität und allergischen Beschwerden nachgewiesen. „Vor allem Ozon scheint einen Einfluss zu haben, wie sich besonders bei Gräser- und Birkenpollenallergikern zeigt“, sagt Uwe E. Berger, Leiter des Pollenwarndienstes. Je höher die Ozonbelastung, desto stärker wären vor allem die Lungenbeschwerden. Besonders die rund fünf Prozent der Bevölkerung, die Asthma haben, leiden an dieser Kombination. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2019)

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