Wasserstand des Bodensees neuerlich gestiegen

Die Stadt Bregenz installierte vorsorglich Hochwasserpumpen zum Schutz der Innenstadt – Bürger sind zur freien Mitnahme von Treibholz aufgefordert. Die Hochwassersituation am Inn hat sich hingegen beruhigt.

Problematisch, vor allem für die Schifffahrt, ist das viele Treibholz im Bodensee.
Problematisch, vor allem für die Schifffahrt, ist das viele Treibholz im Bodensee.
Problematisch, vor allem für die Schifffahrt, ist das viele Treibholz im Bodensee. – (c) APA/ANGELIKA GRABHER-HOLLENSTEIN (ANGELIKA GRABHER-HOLLENSTEIN)

Bregenz. Der Pegel des Bodensees ist neuerlich gestiegen und hat Freitagfrüh einen Stand von 472 Zentimetern erreicht. Das ist so hoch, wie es nur alle zwei bis drei Jahre vorkommt. Die Stadt Bregenz beobachte die Entwicklung und hat vorsorglich ihre Hochwasserpumpen am Bregenzer Seeufer eingebaut. Zudem wurden große Mengen Treibholz angeschwemmt, die abgefischt werden.

„Wir beobachten die Situation mit Argusaugen“, so Stadt-Pressesprecher Thomas Baumann. Der Wasserstand der Bregenzerach sei derzeit ungefährlich, auch die Abflussmenge des Rheins ging deutlich zurück. Allerdings könne sich das jederzeit wieder ändern. „Es liegt noch viel Schnee in den Bergen. Wenn der als Schmelzwasser gemächlich über Wochen in den See gelangt, ist das kein Problem. Anders sieht es aus, wenn etwa eine Hitzewelle viel Schmelzwasser auf einmal bringt.“

Daher habe man die nach dem 60-jährlichen Hochwasser 1999 angeschafften vier Flügelpumpen vorsorglich installiert. Im Anlassfall wäre nämlich nicht der Seewasserstand das Problem, sondern das steigende Grundwasser, das über die Kanalisation die Innenstadt unter Wasser setzen würde, so der Pressesprecher. Die Pumpen entwässern im Bedarfsfall die Innenstadt und den Stadtteil Vorkloster. Die Stadt hatte nach 1999 ein Schutzkonzept mit Dammbauten, mobilen Schutzwällen und Pumpwerken entwickelt, das Bregenz bis zu einem alle 100 Jahre vorkommenden Hochwasser schützen soll.

Die vergangenen Tage haben Bregenz zudem einen „Holzteppich“ am See beschert, da sehr viel Treibholz angeschwemmt wurde. Neben der unschönen Optik könne das Schwemmholz die Schifffahrt behindern und Beschädigungen verursachen. Der Bauhof habe darum damit begonnen, das Schwemmgut abzufischen. Die Stadt fordert die Bürger auf, Holz zur selbstständigen Aufarbeitung beim Kloster Mehrerau abzuholen bzw. direkt vom Ufer selbst mitzunehmen. „Wir hoffen auf viele Hobbyholzer und Privatverbraucher“, so Baumann.

 

Innhochwasser: Pegel sinkt

Die Hochwassersituation in Tirol hat sich am Freitag hingegen weiter entspannt. Der Pegelstand des Inns bei Innsbruck zog sich nach seinem Höchststand von 6,32 Metern (in der Nacht auf Donnerstag) am Freitag auf rund fünf Meter zurück. Dadurch seien nun wieder Abflusskapazitäten frei, teilte das Land mit. Für das Wochenende wurden jedoch neuerlich Gewitter vorhergesagt. Trotz der langsamen Entspannung blieben vorerst alle Sicherheitsvorkehrungen aufrecht.

Die zunächst gesperrten Fußgängerbrücken in Innsbruck konnten indes wieder freigegeben werden. Der Schaden, der für die Landwirtschaft durch das Hochwasser entstanden ist, wird erst eruiert. Es sind aber einige Hundert Hektar Fläche betroffen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2019)

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