Schüsse von FPÖ-Politiker: "Schade, dass er VdB nicht getroffen hat"

Die Schüsse ins Gebüsch samt Kobra-Einsatz sind nicht das Ende der Geschichte. Ein freiheitlicher Ex-Nationalratskandidat sorgt mit einem Posting für Empörung. Die FPÖ Salzburg bestreitet dessen Mitgliedschaft in der Partei.

Dass am ein Flachgauer FPÖ-Politiker betrunken von seinem Balkon eine Reihe von Schüssen abgegeben hat, sorgte nicht nur für Kritik. Ein weiteres FPÖ-Mitglied hat in der Nacht auf Samstag auf Facebook gepostet: "Schade, dass er VdB und Haslauer nicht getroffen hat". Mit „VdB“ ist offensichtlich Bundespräsident Alexander Van der Bellen gemeint, Wilfried Haslauer ist der Salzburger Landeshauptmann. Die ÖVP prüft rechtliche Schritte.

Der Pensionist, der den Kommentar auf der Seite der Salzburger Volkspartei verfasste, stand in der Vergangenheit auf der freiheitlichen Nationalratsliste in der Stadt Salzburg - wenn auch nicht an wählbarer Stelle. Die FPÖ-Landespartei hat betont, dass der Autor kein FPÖ-Mitglied sei. "Der Mann ist weder Mitglied, noch Parteifunktionär und hat mit der FPÖ nichts zu tun", sagte ein Parteisprecher zur APA. Der Landesparteivorsitzenden Marlene Svazek sei der Mann nicht bekannt.

"Genug ist genug, dieser Vorfall ist nicht zu entschuldigen und wird rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen", sagte ÖVP-Klubobfrau Daniela Gutschi. Sie zeigt sich erschüttert über das "Politik- und Demokratieverständnis in den Reihen der Salzburger Freiheitlichen" und fordert FPÖ-Landesparteiobfrau Svazek auf, "ihre Partei in den Griff zu bekommen und Konsequenzen zu ziehen".

„Nächster freiheitlicher Totalausfall"

Auch die Salzburger Grünen sind empört über den "nächsten freiheitliche Totalausfall". Der Salzburger Landesgeschäftsführer Simon Heilig-Hofbauer betonte: "Die Salzburger FPÖ wird immer mehr zum Sicherheitsrisiko." Der Mann falle nicht zum ersten Mal mit derartigen Kommentaren auf. Die Grünen habe er als die "größten Parasiten Staatsschädlinge" bezeichnet und er würde sich einbringen, "das Grüne Gesindel zu vernichten". "Marlene Svazek führt eine Partei, die nicht nur Rechtsextremen eine Heimat bietet, sondern offensichtlich auch gewaltbereiten Kriminellen", sagte Hofbauer. Er erwarte sich unverzüglich Schritte der FPÖ und eine Distanzierung von den Gewaltdrohungen.

Mit dem Facebook-Kommentar reagierte der Mann auf die Tat eines Flachgauer FPÖ-Politikers. Dieser soll angegeben haben, aus Wut über die Absetzung von Innenminister Herbert Kickl und eines Pfarrers vom Balkon geschossen zu haben. Er stellte sich laut eigenen Angaben die Gesichter Van der Bellens und Kurz' vor und feuerte in die Sträucher. Die Cobra rückte an und nahm den Mann fest, auch zwei Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Die Beamten stellten einen Revolver, ein Gewehr und eine Schreckschusspistole sicher. Für die Waffen hatte der 57-Jährige eine Waffenbesitzkarte. "Der Mann hatte knapp ein Promille Alkohol im Blut", sagte Polizeisprecherin Nina Laubichler. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

(APA)

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