Flugzeuge kollidiert: Vier Tote in Zell am See

Ein Motorsegler und ein Kleinflugzeug sind kollidiert und in ein Feld gestürzt. Alle Insassen sind tot. Ursache dürften Fehler der Piloten sein.

Vermutlich drei Tote nach Zusammenstoss zweier Flugzeuge in Oesterreich
Vermutlich drei Tote nach Zusammenstoss zweier Flugzeuge in Oesterreich
(c) dapd (Kerstin Joensson)

Bei einem Zusammenstoß von zwei Flugzeugen sind am Sonntagnachmittag in Zell am See im Salzburger Pinzgau alle vier Insassen der beiden Maschinen ums Leben gekommen. Nach derzeitigem Informationsstand hat menschliches Versagen den Zusammenstoß ausgelöst. Die beiden Piloten dürften sich nicht gesehen haben, sie flogen übereinander.

Kurz vor 16 Uhr kollidierten das motorisierte Segelflugzeug des Typs "Super Dimona" und die zweisitzige Cessna 150 beim Landeanflug auf dem Flugplatz Zell am See. Der Unfall passierte etwa 100 Meter von der Piste entfernt in einer Höhe von 30 bis 50 Metern über dem Boden. Die Flugzeuge prallten auf einem Feld auf.

Bei den Insassen des Motorflugzeuges, einer Cessna 150, handelt sich um einen Mann (31) und eine Frau (30). Die beiden Verstorbenen stammen aus Tirol. In dem Motorsegler befanden sich ebenfalls ein Mann und eine Frau. Sie stammten beide aus Bayern und waren 57 Jahre alt. Die Frau war sofort tot. Der Mann wurde schwer verletzt ins Salzburger Unfallkrankenhaus gebracht. Er erlag am späten Sonntagabend seinen schweren Verletzungen.

Die beiden Tiroler waren von Innsbruck nach Zell am See geflogen, die beiden Deutschen von einem Flugplatz in Bayern aus. Beide Flugzeuge trugen ein deutsches Kennzeichen. Am Steuer saßen die männlichen Insassen. Zum Zeitpunkt der Kollision herrschten beste Wetterbedingungen und Sichtverhältnisse. Laut Augenzeugen haben sich die Tragflächen der Flugzeuge berührt.

Flügel verdeckten die Sicht

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Toten an. Um die Unfallursache zu klären, werden die Wracks von einem gerichtlich beeideten Sachverständigen begutachtet. Zwei Spaziergänger beobachteten den Unfall. Die Maschinen sollen sich beim Landeanflug mit den Tragflächen berührt haben.

Die Flugzeuge flogen vor dem Zusammenstoß  übereinander. Die unterschiedliche Bauweise der Flugzeuge dürfte das Sichtproblem verschärft haben: Der Motorsegler flog oben, seine Flügel befanden sich unterhalb der Sitzposition. Die Flügel der Cessna sind hingegen oberhalb der Sitze. Deshalb haben sich die Piloten offenbar nicht gesehen, vermutet Geschäftsführer Moser. Die beiden hätten aber gewusst, dass sich zwei Flugzeuge im Endanflug befanden - was normalerweise auch kein Problem sei.

Der Flughafen Zell am See ist ein unkontrollierter Flugplatz und verfügt nur über eine Piste. Die Piloten, die auf eigenes Risiko landen, müssen Positionsmeldungen abgeben. "Sie bekommen vom Kontrollturm Informationen, aber keine Landanweisungen. An- und Abflüge erfolgen nach eigenem Ermessen der Piloten. Sie müssen auf Sicht fliegen und die notwendige Distanz zu anderen Flugzeugen einhalten", erklärte Gerichtssachverständiger Thomas Muigg. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, dass die Piloten miteinander über Funk kommunizieren. Die shaben sie im konkreten Fall nicht gemacht, obwohl sie auf der gleichen Frequenz waren.

(c) APA/RICHARD RONACHER (RICHARD RONACHER)

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(APA)

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