Schwere Nebenwirkung: Grippe-Impfstoff zurückgerufen

Der US-Pharmakonzern Baxter zog den Impfstoff Preflucel zurück. Allein in Österreich gab es acht schwere Fälle von möglichen Nebenwirkungen, in Deutschland sogar 19.

Symbolbild Grippeimpfung
Symbolbild Grippeimpfung
(c) Dapd (Mario Vedder)

Der US-Pharmakonzern Baxter hat alle Chargen einer seiner beiden Grippe-Impfstoffe zurück gerufen. Christiane Körner, die Vizepräsidentin der Apothekerkammer, hat einen Bericht der ORF-TV-Sendung "Wien heute" bestätigt: "Das erfolgte vorsorglich vonseiten des Unternehmens. Es war absolut keine Gefahr."

Laut Christa Wirthumer-Hoche von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) hatte es bei einer Charge ab der Auslieferung bzw. Anwendung vermehrt Meldungen auf Verdachtsfälle für unerwünschte Arzneimittelwirkungen gegeben. Es waren vor allem Überempfindlichkeits- und allergische Reaktionen sowie Bindehautentzündungen. Schließlich - so die Expertin - sei man mit dem Hersteller übereingekommen, dass dieser alle Chargen zurückziehe.

Fälle von Nebenwirkungen in Deutschland

Das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut erklärte gegenüber DAZ.online (Deutsche Apothekerzeitung online) bereits Ende Oktober, dass bei ihm zu der genannten Preflucel-Charge auffallend viele Meldungen von Nebenwirkungen eingegangen seien, von denen es 19 als schwerwiegend eingestuft hätte. Eine große Anzahl dieser Meldungen hätte von allergischen Reaktionen bzw. Hypersensitivitätsreaktionen berichtet. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte, dass zu den Ursachen noch keine Erkenntnisse vorliegen und entsprechende Untersuchungen derzeit laufen würden. Bei den übrigen Chargen würden keine eindeutig erhöhten Melderaten von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen vorliegen.

Laut Christa Wirthumer-Hoche wurden bisher in Österreich 16 Fälle von möglichen Nebenwirkungen nach der Anwendung von Preflucel registriert. Acht von ihnen seien als schwerwiegend klassifiziert worden. Insgesamt seien solche möglichen Nebeneffekte aber in der Fach- und Gebrauchsinformation angeführt, sie seien mit einer Häufigkeit von eins zu 1000 ("gelegentlich") bis eins zu 10.000 ("selten") aufgetreten. Die direkt betroffene Charge sei zum größten Teil nach Deutschland geliefert worden.

Baxter hat in Österreich mit Inflexal V auch noch eine andere Influenza-Vakzine auf dem Markt. Es gibt mehrere andere Hersteller von Influenza-Vakzinen. Die Infektionsexperten raten seit Jahren zur Grippeimpfung. Laut neuesten Berechnungen der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sterben in Österreich pro Influenza-Saison bis zu an die 1200 Menschen an den Folgen der Virusinfektion.

(APA)

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