„Aus heiterem Himmel“ – Mutter ertränkt Tochter

In Innsbruck hat am Dienstag eine Mutter ihre siebenjährige Tochter in der Badewanne ertränkt. Das Motiv ist unklar, die Frau wurde in die Psychiatrie eingeliefert.

(c) APA/ROBERT PARIGGER (ROBERT PARIGGER)

Wien/Kb. Zu einer Familientragödie ist es am Dienstag in Innsbruck gekommen. Eine Mutter hat ihre siebenjährige Tochter in der Badewanne ertränkt, sie anschließend auf ein Bett gelegt und schließlich ihre Schwester angerufen und gesagt: „Kind tot.“ Die alarmierten Rettungskräfte konnten das Mädchen nicht wiederbeleben. „Das Kind starb gegen 18:30 Uhr in der Klinik“, sagt Walter Pupp, Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes. „Die Mutter räumte bei der ersten Ansprache ein, ihre Tochter ertränkt und auf das Bett gelegt zu haben. Sie wirkte verstört, ein Motiv nannte sie nicht.“

 

Ermittlungen wegen Mordverdachts

Wegen ihres „psychisch stark beeinträchtigten Zustandes“ habe sie der Amtsarzt in die Psychiatrie eingewiesen. „Dort wird sie einige Tage bleiben, ehe wir sie einvernehmen können“, so Pupp. „Wie es zu dieser Tat kam, ob ihr ein Streit vorausgegangen ist, kann uns nur die Mutter mitteilen. Eine dritte Person gibt es in diesem Fall nicht.“

Die 38-jährige türkischstämmige Frau ist seit einigen Jahren geschieden und lebte mit ihrem einzigen Kind allein in Innsbruck. Der Kindesvater dürfte schon länger nicht mehr in Österreich sein. „Eine Vorgeschichte oder Anzeichen für eine psychische Erkrankung gibt es nicht“, sagt Pupp. „Als hätte sich die Tat aus heiterem Himmel ereignet.“ Für Mittwoch war die Obduktion des Kindes angesetzt, das Ergebnis wird aus taktischen Gründen vorerst nicht veröffentlicht. Inzwischen ist auch ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts gegen die Frau eingeleitet worden.

Kinder werden immer wieder Opfer von Bluttaten innerhalb der Familie. Die Ursachen sind zumeist Beziehungskrisen, Geldsorgen und psychische Probleme. Zuletzt sorgte der Fall des dreijährigen Cain für Entsetzen, der Anfang 2011 in Bregenz zu Tode geprügelt wurde. Gegen den Tatverdächtigen – den Lebensgefährten der Mutter – wurde im November Mordanklage erhoben, die sein Verteidiger beeinsprucht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2011)

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