Genitalverstümmelung: 1900 Frauen in Wien gefährdet

Die Entwicklungssprecherin der SPÖ warnt, dass auch in Österreich Frauen Opfer von Genitalverstümmelung werden könnten. Pro Jahr werden weltweit drei Millionen Frauen verstümmelt.

Genitalverstuemmelung Afrika Wien
Genitalverstuemmelung Afrika Wien
Archivbild: Demo gegen Genitalverstümmelung – (c) EPA (Stephen Morrison)

Genitalverstümmelung stellt auch für Frauen in Österreich ein Problem dar: Allein in Wien seien etwa 1900 Frauen bedroht, sagt die SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr. Pro Jahr werden drei Millionen Frauen einer  "Female Genital Mutilation" (FGM) unterzogen, berichten das UNO-Kinderhilfswerk Unicef und Amnesty International. Weltweit leiden etwa 155 Millionen Frauen unter den Folgen von FGM.

Dies sei nicht nur ein "kein afrikanisches oder asiatisches Phänomen", sagte Bayr in einer Aussendung. Frauen, die aus Ländern stammen, in denen FGM verbreitet ist, seien  einem potenziellen Risiko ausgesetzt.

Mit dem Ziel, auch "in Österreich auf dieses Thema aufmerksam zu machen", stellten Bayr und die Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung "Stop FGM" Projekte zur Bekämpfung von FGM im In- und Ausland vor. Vertreter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie Nichtregierungsorganisationen wie SONNE-International oder FEM-Süd berichteten etwa von Projekten in Äthiopien, die mit Aufklärungsfilmen zu Diskussionen und zum Nachdenken anregen wollen.

Teile der Genitalien entfernt

Mädchenbeschneidungen sind vor allem in Afrika kulturell verwurzelt, auch wenn sie von keiner Religion vorgeschrieben sind. Der Eingriff reicht von der Abtrennung der Vorhaut der Klitoris bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den Schamlippen. Die schlimmsten Folgen hat die Infibulation oder "pharaonische Beschneidung": Dabei werden die großen Schamlippen beschnitten und die Vagina anschließend zugenäht.

In der Regel wird die Prozedur unter unzureichenden hygienischen Bedingungen vorgenommen. Der Eingriff verursacht starke Schmerzen, Schockzustände und starke Blutungen. Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen, häufig kommt es zu Infektionen und chronischen Entzündungen. Viele beschnittene Frauen leiden ihr Leben lang an Depressionen und Angstzuständen. Auch bei Geburten sind sie vermehrten Risiken ausgesetzt.

Am 6. Februar wird der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung begangen. Dieser Aktionstag wurde vom "Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC)" im Jahr 2004 ausgerufen, um die Weltöffentlichkeit auf das Problem hinzuweisen.

(APA)

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