Mehr als 470 Kältetote in Europa

In Italien sind 40 Personen gestorben. In der Nähe der vom Erdbeben zerstörten Stadt L'Aquila sind hungrige Wölfe gesichtet worden. Ein Hurrikan über dem Schwarzen Meer hat Russland und die Türkei getroffen.

Schnee Kalt Mazedonien
Schnee Kalt Mazedonien
Schnee in Podgorica – (c) EPA (Georgi Licovski)

Die Kältewelle hat in Europa bereits 470 Menschenleben gefordert. Am schlimmsten ist Osteuropa betroffen: Allein in der Ukraine wurden bis Dienstag 136 Tote registriert, in Polen starben bisher 68 Menschen, in Russland 64. Doch auch in Italien sind bisher 40 Personen an den Folgen der Kälte gestorben.

In der Stadt L'Aquila in den Abruzzen, die 2009 von einem Erdbeben zerstört wurde, fürchteten die eingeschneiten Bewohner eine Lebensmittelknappheit. Zugleich meldeten sie, ausgehungerte Wölfe seien im nahegelegenen Dorf Trasacco aufgetaucht. Soldaten wurden in die Region geschickt, um den eingeschneiten Bergregionen zu Hilfe zu eilen. Wetterexperten erwarten weitere Schneefälle  in den nächsten Tagen. Papst Benedikt XVI. rief zu Solidarität mit den von der Kältewelle in Europa betroffenen Menschen auf.

Hurrikan über dem Schwarzen Meer

In ganz Europa hat die Kältewelle bisher mehr als 300 Menschen das Leben gekostet. Dicke Eisschollen haben die Schifffahrt auf der Donau in Bulgarien lahmgelegt. Der Strom sei bei der Stadt Russe sowie weiter östlich zu 90 Prozent zugefroren, teilte die bulgarische Donaubehörde mit. In Serbien wurden die kältebedingten Schulferien um eine Woche verlängert.

Am Schwarzen Meer hat ein eisiger Hurrikan Russland, Ukraine und die Türkei getroffen. In der russischen Stadt Noworossijsk sind rund 40 Menschen verletzt worden. In der Region Krasnodar wurden auch mehrere Strommasten umgeknickt, insgesamt waren bei Temperaturen von minus 20 Grad mehr als 10.000 Menschen ohne Strom. In Russland starben nach Behördenangaben seit Jahresbeginn 64 Menschen aufgrund der extremen Kälte, in der Ukraine waren es sogar 136.

In der Türkei mussten am Istanbuler Atatürk-Flughafen bis zum Mittwochmittag rund 60 Flüge gestrichen, auch Fährverbindungen von Istanbul über das Marmara-Meer wurden eingestellt. In Edirne an der Grenze zu Bulgarien traten mehrere Flüsse über die Ufer, nachdem ein Staudamm auf der bulgarischen Seite der Grenze gebrochen war. Auch der wichtigste Grenzübergang zwischen der Türkei und Bulgarien musste wegen der Überschwemmungen geschlossen werden.

(APA/Red.)

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