Saudi-Zentrum: Bandion-Ortner wird Vizechefin

Die Aktivitäten des Zentrums soll ein Direktorium organisieren, das aus Vertretern von Islam, Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus besteht.

(c) APA (HELMUT FOHRINGER)

Wien/Eko. . Claudia Bandion-Ortner hat einen neuen Job: Sie ist seit wenigen Tagen Vize-Generalsekretärin des von Saudiarabien gestifteten „Internationalen Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ in Wien.

Die Ex-Justizministerin (2009–2011) und einstige „Bawag-Richterin“, die von Außenminister Michael Spindelegger für den Posten nominiert wurde, soll beim Aufbau der Institution mitarbeiten. Zum Generalsekretär bestimmte die Aufbaukommission den saudischen Vize-Bildungsminister Faisal bin Abdulrahman bin Muammar. Beide Posten werden interimistisch besetzt. Die Aktivitäten des Zentrums soll ein Direktorium organisieren, das aus Vertretern von Islam, Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus besteht.

 

Dialog folgt Antikorruption

Bandion-Ortner wird die Aufgabe in jedem Fall bis zum 26.November, dem Tag der offiziellen Eröffnung des Zentrums am Schottenring, übernehmen. „Dann wird man weitersehen“, sagt sie zur „Presse“. „Natürlich würde es mich reizen zu bleiben.“ Immerhin sei der interreligiöse Dialog eine „große Chance, in einem anderen Bereich tätig zu sein“.

Aktuell arbeitet Bandion-Ortner (45) am Aufbau der Internationalen Antikorruptionsakademie (IACA) in Laxenburg bei Wien mit; eine Tätigkeit, die „langsam auslaufen wird“. Dass das Zentrum umstritten ist, da Religionsfreiheit in Saudiarabien alles andere als gewährleistet ist, sei für sie kein Problem: „Das ist ein Dialogzentrum, das hat mit Politik nichts zu tun.“ Ihre Rückkehr in die Justiz sei möglich: „Den Richterberuf hab ich nicht abgehakt.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2012)

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