Baustart für Direktverbindung Hauptbahnhof-Flughafen

Die ÖBB schließen die Lücke zwischen dem im Bau befindlichen Wiener Hauptbahnhof und der Schnellbahn zum Flughafen. Ob die Strecke auch für den Regionalverkehr genutzt wird, ist noch unklar.

Symbolbild: Schienenverlegung am Wiener Hauptbahnhof
Symbolbild: Schienenverlegung am Wiener Hauptbahnhof
Symbolbild: Schienenverlegung am Wiener Hauptbahnhof – (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Die ÖBB wollen den Flughafen Wien-Schwechat für Zugreisende besser erreichbar machen. Dafür bauen die Bundesbahnen in den kommenden zweieinhalb Jahren eine 2,1 Kilometer lange neue Strecke, die künftig die Ostbahn mit der Flughafenschnellbahn S7 verbindet. Dadurch wird auch der Hauptbahnhof direkt an den Airport angebunden.

Die neue Spange wird im nationalen Fernverkehr ab Dezember 2015 genutzt. Ob dort auch Regional- bzw. herkömmliche S-Bahn-Züge fahren werden, ist hingegen noch nicht fix. In diesem Fall müsste die Stadt zahlen. Am heutigen Montag erfolgte der Spatenstich für die neue Strecke.

Ohne Umsteigen aus dem Westen zum Airport

Der Flughafen wird von der Schnellbahn "S7" angefahren, deren Trassenverlauf derzeit aber weder über den ehemaligen Südbahnhof bzw. neuen Hauptbahnhof führt noch unmittelbar mit der Ostbahn verknüpft ist. Dies soll sich durch die neue Verbindung nun ändern. Die ÖBB planen, den Inlandsfernverkehr voraussichtlich stündlich von Salzburg über den Hauptbahnhof und weiter ohne Zwischenhalt zum Flughafen zu führen.

Die Fahrt zwischen Hauptbahnhof und Airport wird rund 15 Minuten betragen. Von St. Pölten braucht man in Hinkunft nur noch 54 Minuten statt eineinhalb Stunden - nicht zuletzt deshalb, weil die Strecke dann umsteigefrei zurückgelegt werden kann. Von Linz verkürzt sich die Fahrzeit von zweieinhalb Stunden auf eine Stunde und 55 Minuten.

Herzstück der neuen zweigleisigen Verbindung sind zwei Brücken im Bereich des Zentralverschiebebahnhofs nahe dem Wiener Zentralfriedhof. Sie wiegen in Summe 4800 Tonnen und benötigen etwa zwei Drittel jener Menge an Stahl, die für den Eiffelturm verwendet wurde.

Stadt müsste für Regionalverkehr zahlen

Gut 65 Millionen Euro kostet das von der EU mitfinanzierte Vorhaben, für das am Montag ÖBB-Vorstand Franz Seiser, Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) und Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) den Spaten in einen schon vorbereitet Erdhaufen rammten und damit den offiziellen Baustart ausriefen. Hand anlegen sollten außerdem Bahnchef Christian Kern und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Ersterer ließ sich krankheitsbedingt, letzterer aus Termingründen entschuldigen.

Für den Nahverkehr könnte die Spange bereits ab Dezember 2014 - und damit um ein Jahr früher als für Fernzüge - genutzt werden. Ob auf der Strecke überhaupt Regionalzüge fahren werden, ist indes aber alles andere als fix. Denn dafür müsste die Stadt Wien die entsprechenden Mittel bereitstellen. Ein Sprecher Vassilakous meinte dazu lediglich, dass es sich hier um "ein mögliches Zukunftsprojekt" handle.

Sollte die rot-grüne Stadtregierung den Budgetposten freischaufeln können, rechnen die ÖBB damit, den Öffi-Anteil des Zubringerverkehrs zum Flughafen von derzeit 43 auf knapp 50 Prozent heben zu können. Bleibt es lediglich bei der Fernverkehrsnutzung, werde sich der Anteil um zwei bis drei Prozentpunkte vergrößern, so ein ÖBB-Sprecher.

(APA)

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