EU: Zahl der jugendlichen Raucher soll halbiert werden

Jeder dritte Europäer greift zur Zigarette - die Kommission will mit abschreckenden Warnhinweisen dagegen vorgehen. Bis 2025 soll die Zahl der jugendlichen Raucher auf die Hälfte reduziert werden.

Zahl jugendlichen Raucher soll
Zahl jugendlichen Raucher soll
Symbolbild – (c) Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

Auf den Zigarettenpackungen sollen größere und abschreckendere Warnungen angebracht werden - über diesen Vorschlag der EU-Kommission wird ab Freitag in einer öffentlichen Konsultation beraten. Zum Auftakt der Debatte hat EU-Gesundheitskommissar John Dalli die krank machende Wirkung des Tabakkonsums kritisiert: "Tabak macht süchtig, führt zu Erkrankungen und verursacht vermeidbare Gesundheitsausgaben. Trotzdem rauchen 30 Prozent der Europäer."

Besonders besorgt sei er darüber, dass 35 Prozent der jungen Europäer zur Zigarette greifen. Die EU will bis 2025 das Rauchen unter Jugendlichen um die Hälfte verringern. Die Befragung über den Kommissionsvorschlag läuft bis 19. November dieses Jahres.

Bildwarnhinweise nur in vier Ländern

Dabei sollen sich Interessenträger zu zahlreichen Problemstellungen äußern. Die Rechtsvorschriften der EU-Staaten würden sich stark voneinander unterscheiden und nicht in ausreichendem Maß auf die Gesundheits- und Sicherheitsbedenken eingehen. Bildwarnhinweise würden derzeit in nur vier EU-Ländern verwendet - Belgien, Rumänien, Lettland und Großbritannien. Frankreich und Spanien planten das ab 2011. Das bedeute, dass die Verbraucher in sehr unterschiedlichem Ausmaß über die Gefahren des Tabakkonsums informiert seien.

Auch die Rechtsvorschriften der EU-Länder würden sich im Hinblick auf die Zulassung oder das Verbot möglicherweise schädlicher und suchterzeugender Stoffe sowie von Aromastoffen stark voneinander unterscheiden. Ferner seien die Angaben zu Inhaltsstoffen in Tabakprodukten schwer zu verstehen, zu vergleichen und zu analysieren.

In dem Kommissionspapier werden zahlreiche Problembereiche angeführt. Die unterschiedlichen Vorschriften würden auch ein Funktionieren des Binnenmarkts erschweren. Außerdem würden Abbildungen von Luxus, einem Hauch von Freiheit sowie von Glanz und Zauber den Konsumenten von Gesundheitswarnungen ablenken. Ein Vorschlag geht auch in die Richtung, dass eine eigene Telefonnummer auf den Packungen angeführt wird, mit der Hilfe beim Wunsch nach Aufhören mit dem Rauchen gegeben wird.

(APA)

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