Papst: Sonderaudienz für Bischof Kräutler

Der in Brasilien lebende österreichische Bischof Erwin Kräutler wird noch in dieser Woche mit Franziskus zusammentreffen. Thema der päpstlichen Sonderaudienz: der bedrohte Amazonas-Regenwald und der Mega-Staudamm für das Kraftwerk Belo Monte.

INTERVIEW: BISCHOF ERIN KRAeUTLER
INTERVIEW: BISCHOF ERIN KRAeUTLER
Bischof Erwin Kräutler – APA/ROLAND SCHLAGER

Bischof Erwin Kräutler kämpft seit Jahren gegen den Megastaudamm für das Kraftwerk Belo Monte, das bis zu einem Drittel seiner brasilianischen Bischofsstadt Altamira überfluten wird. Der Kampf ist bisher erfolglos geblieben. Nun wendet er sich an den Papst. Franziskus wird den aus Österreich gebürtigen Bischof noch diese Woche zu einer Sonderaudienz empfangen, berichten die Salzburger Nachrichten.

Der Staudamm wird eine große Schleife des Xingu trockenlegen. Bis zu 40.000 Bewohner der flussnahen Zone verlieren ihre Häuser. Einem Großteil wird auch die Lebensgrundlage als Fischer entzogen. Massive Kritik hatte Kräutler auch immer wieder an der heimischen Andritz AG geübt, die Generatoren für Belo Monte liefert.

Kräutler: "Dieser ganze Eingriff in die Natur und in die Lebensgrundlagen Zehntausender Menschen ist umweltpolitisch, sozialpolitisch und rechtlich ein Desaster." Gleichzeitig beklagt er, dass beinahe 20 Prozent des Regenwalds in Amazonien bereits durch Brandrodung, landwirtschaftliche Nutzung und Wasserkraftwerke zerstört seien: "Nach Ansicht namhafter Wissenschafter in Brasilien ist damit der Punkt erreicht, an dem das Ökosystem Regenwald kippen kann." Doch ein Ende des Raubbaus sei nicht abzusehen.

(kap/red.)

Kommentar zu Artikel:

Papst: Sonderaudienz für Bischof Kräutler

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen