Araber wollen Essensverbot für Nicht-Muslime im Ramadan

62 Prozent der Muslime befürworten ein Verbot für Andersgläubige, vor den Augen der Fastenden zu essen. Zu diesem Ergebnis kommmt eine aktuelle Umfrage unter 6000 Muslimen in arabischen Ländern.

Palaestina Speisenzubereitung fuer Ramadan
Palaestina Speisenzubereitung fuer Ramadan
AP (Rachael Strecher)

Die Mehrheit der Muslime in den arabischen Ländern möchte Christen und anderen Andersgläubigen während des islamischen Fastenmonats Ramadan verbieten, vor den Augen der Fastenden zu Mittag zu essen. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag von arabischen Medien veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Maktoob-Research in Dubai. Mehr als 6000 Muslime wurden dazu im August zwischen Syrien und Marokko befragt.

Dabei hatten 62 Prozent der Befragten erklärt, Nicht-Muslime, die in einem arabischen Land leben, sollten während des Ramadans in der Öffentlichkeit tagsüber nicht essen oder trinken. Nur vier Prozent der befragten Muslime gaben an, dass sie selbst nicht fasten.

Restaurants untertags schließen

Dagegen sagten 52 Prozent der Befragten, in ihrem Heimatland sollten alle Restaurants und Cafés für die Dauer des Fastenmonats tagsüber geschlossen sein. In einigen Staaten wie Saudi-Arabien oder Kuwait ist dies ohnehin der Fall, während Staaten wie zum Beispiel Jordanien Ausnahmen für Hotelrestaurants machen. In Tunesien, Marokko, Dubai, im Libanon oder Ägypten haben viele Lokale am Tag geöffnet, wobei der Alkoholausschank während des Ramadans teilweise restriktiv gehandhabt wird.

Im Fastenmonat Ramadan, der dieses Jahr in den meisten Ländern am 1. September begonnen hat, sollen fromme Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex verzichten. Das Fasten im Ramadan ist neben dem Glaubensbekenntnis, der Wallfahrt nach Mekka, dem Verteilen von Almosen und dem Gebet die fünfte "Säule" des Islam.

(Ag.)

Lesen Sie mehr zum Thema
Kommentar zu Artikel:

Araber wollen Essensverbot für Nicht-Muslime im Ramadan

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen