Italienische Gemeinde verbietet Burka für Muslimas

Die Ganzkörper-Schleier würden gegen das Vermummungs-Verbot verstoßen, argumentiert der Bürgermeister der 500-Seelen-Gemeinde Azzana Decimo. Der Erlass ist erst der Anfang.

Symbolbild: Burka
Symbolbild: Burka
(c) REUTERS (Ahmad Masood)

Ein Verbot für den Ganzkörperschleier von konservativen Muslimas hat die kleine norditalienische Gemeinde Azzana Decimo ins Rampenlicht gerückt: Die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord hat in der Gemeinde in der Nähe der friaulischen Stadt Pordenone eine Geldstrafe von 500 Euro für die Missachtung des Vermummungsverbotes eingeführt.

Die Burka, die Muslimas von Kopf bis Fuß bedeckt, sei in der Öffentlichkeit in Italien verboten, weil die Person dadurch nicht zu identifizieren sei, was für die Sicherheit gefährlich ist, betonte der Bürgermeister der Ortschaft, Enzo Bortolotti, nach Angaben italienischer Medien. Es ist der zweite Anlauf für ein Burka-Verbot, nachdem der Staatsrat das erste Gesetz mit dem Argument abgelehnt hatte, dass die Burka keine Maske sei.

Restaurants sollen friaulisch kochen

Die neue Initiative Bortolottis wurde von einigen Vertretern der islamischen Gemeinschaft in Italien als rassistisch bezeichnet. Die friaulische Gemeinde will aber noch weiter gehen und islamische Gebete auf der Straße, den Bau von Moscheen und den Aufenthalt von Roma auf ihrem Gebiet verbieten. Außerdem müssen Ethno-Restaurants auch typisch friaulische Gerichte anbieten. Denselben Schritt hatte vor kurzem die toskanische Gemeinde Lucca gewählt (mehr ...). Bortolotti wolle damit dem "gesellschaftlichen Verfall" entgegenwirken.

Auch andere Gemeinden in Norditalien wollen sich an der friaulischen Regelung ein Beispiel nehmen und Burka-tragende Frauen bestrafen.

(APA/Red.)

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