Millionen Pakistani per SMS vor Gotteslästerung gewarnt

Die Regierung versandte eine mahnende Massen-Textnachricht. Auf Beleidigung des Propheten Mohammed steht die Todesstrafe.

Wink mit dem religiösen Handy-Zaunpfahl: Pakistans Regierung ließ Massenmails mit Warnung vor Blasphemie versenden (Symbolfoto: Händler in der Börse von Karatschi).
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Wink mit dem religiösen Handy-Zaunpfahl: Pakistans Regierung ließ Massenmails mit Warnung vor Blasphemie versenden (Symbolfoto: Händler in der Börse von Karatschi).
Wink mit dem religiösen Handy-Zaunpfahl: Pakistans Regierung ließ Massenmails mit Warnung vor Blasphemie versenden (Symbolfoto: Händler in der Börse von Karatschi). – REUTERS

Die pakistanische Regierung hat Millionen Handynutzer per Kurznachricht davor gewarnt, "gotteslästerliche" Botschaften zu verbreiten. Wer derartige Inhalte herunterlade und weiterleite, mache sich strafbar, hieß es in der von der Pakistanischen Telekommunikationsbehörde am Mittwoch verschickten SMS.

Die Behörde erklärte, sie habe auf gerichtliche Anordnung gehandelt. Vorwürfe wegen angeblicher Blasphemie haben in dem mehrheitlich von der angeblichen "Religion des Friedens" dominierten Land (rund 190 Millionen Bewohner) seit den 90er-Jahren zu Dutzenden Attacken oder Lynchmorden geführt, darunter auch auf Christen.

Morde durch Mobs auf offener Straße

Erst vergangene Woche war im Südwesten des Landes ein zehnjähriger Bub getötet worden, als eine aufgebrachte Menschenmenge einen Mann wegen Blasphemie-Vorwürfen lynchen wollte. Im April hatten hunderte Männer einen 23-jährigen Journalistikstudenten, dem sie Gotteslästerung vorwarfen, in der nordwestlichen Stadt Mardan getötet.

Der Vorwurf der Gotteslästerung kann im streng konservativ-muslimischen Pakistan weitreichende Folgen haben. Die Beleidigung des Propheten Mohammed kann sogar mit dem Tod bestraft werden.

(ag.)

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