Papst dankt Italien für „offenes Herz“

Die Ankunft von Flüchtlingen solle Europa anspornen, das eigene Erbe wiederzuentdecken.

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(c) APA/AFP/POOL/ANDREW MEDICHINI

Vatikanstadt. Bei seiner Ansprache vor dem diplomatischen Corps hat sich der Papst am Montag bei Italien, Deutschland und Griechenland ausdrücklich für die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus Krisenländern bedankt. Mit 185 Staaten weltweit pflegt der Vatikan diplomatische Beziehungen, darunter seit dem Vorjahr auch Myanmar, das der Papst im November besucht hatte.

„Ich möchte Italien besonderen Dank aussprechen, das in den vergangenen Jahren ein offenes und großmütiges Herz gezeigt hat und auch positive Beispiele von Integration aufzeigen konnte. Ebenso danke ich weiteren europäischen Staaten für ihren Einsatz, besonders Griechenland und Deutschland“, sagte der Papst. Die Ankunft der Flüchtlinge solle Europa dazu anspornen, das eigene kulturelle und religiöse Erbe wiederzuentdecken.

In seiner Rede befasst sich der Papst auch mit den derzeitigen Hauptkrisenherden. Er hoffe, dass der Dialog auf der koreanischen Halbinsel trage. Es sei von überragender Bedeutung, dass jeder Dialog unterstützt werde. Zudem sprach sich der Papst für ein rechtlich bindendes Verbot von Atomwaffen aus.

„Demografischer Winter“

Der Papst befasste sich auch mit dem Thema Familie, die laut Franziskus im Westen „als veraltete Institution“ betrachtet werde. Das Grundelement einer Familie sei die Ehe zwischen Mann und Frau. Zusätzlich bedürfe es der Förderung durch den Staat. Sonst riskiere man das, was bereits in vielen Ländern festzustellen sei: das Sinken der Geburtszahlen. Der Papst sprach in diesem Zusammenhang von einem „demografischen Winter“. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2018)

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