Ex-Weihbischof Laun lehnt Segen für homosexuelle Verbindung ab

Der Salzburger Ex-Weihbischof Andreas Laun vergleicht in einem Online-Beitrag einen Segen für homosexuelle Paare unter anderem mit einem Segen für ein KZ. Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten.

Archivbild: Andreas Laun im November 2016 bei der damaligen Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz.
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Archivbild: Andreas Laun im November 2016 bei der damaligen Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz.
Archivbild: Andreas Laun im November 2016 bei der damaligen Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. – (c) APA/ROBERT JAEGER

Salzburgs Ex-Weihbischof Andreas Laun hat in einem Online-Beitrag des Online-Portals kath.net erklärt, "man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen". Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. "Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind", so Laun.

Im Gegensatz zu Laun zog der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Segnung homosexueller Paare in Einzelfällen in Erwägung. Doch Laun sprach sich in dem aktuellen kath.net-Artikel entschieden dagegen aus. "Darum ist klar, man darf auch nicht eine Verbindung segnen, die sündhaft ist, nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens."

Allerdings dürfe man die Menschen selbst schon segnen, nur nicht aber die homosexuelle Verbindung, führte Laun aus: "Man kann eine Verbindung zweier homosexueller Männer oder lesbischer Frauen nicht segnen. Zwei Männer oder Frauen, die de facto homosexuell sind, natürlich schon, und da(s) geschieht ja auch in jeder hl. Messe, die von ihnen besucht wird. In dieser nicht auf ihr Tun bezogenen Weise empfangen den Segen auch alle anderen Sünder und die Kirche hofft dabei, dass sie sich unter dem Einfluss der Gnade Gottes bekehren werden."

"Leicht verstehbare Position"

Seine "leicht verstehbare Position" hätten eine Reihe katholischer Christen deutlich und überzeugend dargelegt, betonte Laun. Er nannte die Erzbischöfe Ludwig Schick (Deutschland) und Charles Chaput (USA) sowie die deutschsprachigen Theologen Hubert Windisch und Markus Büning. "Es sind sicher viele, viele andere auch, die so denken, die ich aber nicht kenne." Laun antwortete in seinem Beitrag Kardinal Reinhard Marx und Bischof Bode, welche die Segnung von homosexuellen Paaren in Einzelfällen in Betracht zogen: "Es gibt nur eine katholische Antwort: Nein! Und eure Zufügung 'im Einzelfall' ist absolut wertlos, hat keine argumentative Kraft. Was hätte Johannes der Täufer gesagt, wenn Herodes, als er sich die Frau seines Bruders nahm, sich entschuldigend als 'Einzelfall' bezeichnet hätte."

Schon Jesaja habe die Idee sündhaftes Verhalten zu segnen, höchst anschaulich beschrieben. "Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen", zitierte Laun.

Der Salzburger Ex-Weihbischof sprach auch eine Warnung in Richtung Papst Franziskus aus. "Wenn man auf ein Glas mit sauren Gurken eine Etikette 'Honig' klebt, bleiben die Gurken sauer. Das können auch segnende Bischöfe nicht ändern. Und auch der Papst nicht, in dem er eine kulturelle Revolution fordert, zumal er nicht erklärt, was er damit genau meint. Er sagt, er 'erlaube sich' so zu sprechen - aber wenn man etwas wagt, kann man zwar gewinnen, aber auch abstürzen."

(APA)

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