Ex-Weihbischof Laun entschuldigt sich für KZ-Vergleich

Man könne eine homosexuelle Verbindung nicht segnen, hatte Andreas Laun gesagt und einen KZ-Vergleich gezogen. Kardinal Christoph Schönborn hat die Aussage am Dienstag scharf kritisiert.

Andreas Laun (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011) entschuldigt sich.
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Andreas Laun (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011) entschuldigt sich.
Andreas Laun (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011) entschuldigt sich. – (c) APA (Herbert Pfarrhofer)

Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner haben am Dienstag Aussagen des emeritierten Salzburger Weihbischofs Andreas Laun über kirchliche Segnungen homosexueller Partnerschaften scharf kritisiert. Laun entschuldigte sich unterdessen bei Homosexuellen, berichtete die Kathpress am Dienstag.

Salzburgs Ex-Weihbischof hatte in einem Online-Beitrag des katholischen Nachrichtendienstes erklärt, "man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen". Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. "Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind", so Laun.

Kardinal Schönborn und Erzbischof Lackner kritisierten diese Aussagen am Dienstag gegenüber der Kathpress und erklärten: Es gehe "jedenfalls nicht an, den Wert gleichgeschlechtlicher Beziehungen in einem Atemzug mit der Mafia oder KZs zu nennen, wie dies leider gerade geschehen ist". "Diese Dinge sind nicht vergleichbar. So zu reden ist inakzeptabel", betonte Schönborn.

"Äußerungen machen betroffen"

Launs Äußerungen "machen betroffen", hielt auch Lackner fest: "Wortwahl und Vergleich sind gänzlich unangemessen." Es sei unverständlich, wie man systematische Verbrechen gegen die Menschheit in irgendeiner Weise in Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen bringen kann. Lackner habe mit Laun gesprochen und dieser habe ihm versichert, die Menschen nicht verletzen zu wollen.

Der emeritierte Weihbischof entschuldigte sich dann in einer an die LGBT-Community gerichteten Stellungnahme und erklärte, dass es ihm um eine innerkirchliche Kontroverse gegangen sei. Um zu zeigen, dass die Kirche grundsätzlich alle Menschen, "Heilige und Sünder, aber niemals die Sünde selbst oder Einrichtungen, die ihr dienen" segne, habe er "einige drastische Beispiele" genannt. Laun erklärte weiters, er missachte keinen Menschen, der homosexuelle Neigungen habe. Er würde sonst posthum einem mittlerweile verstorbenen Jugendfreund Unrecht tun, meinte Laun.

Evangelische Kirche zeigt sich schockiert

Scharfe Kritik an den "abstrusen" Aussagen übte der Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B., Thomas Hennefeld. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst zeigte sich Hennefeld schockiert und erinnerte daran, dass die Evangelische Kirche H.B. in Österreich 1999 die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften beschlossen hat. Mit den Aussagen zur Homosexualität stelle Laun die Pfarrer und Pfarrerinnen der evangelisch-reformierten Kirche, die solche Segnungen vornehmen, "auf eine Stufe mit jenen Menschen, die nationalsozialistische Konzentrationslager gutgeheißen haben". Hennefeld ortet in den Aussagen Verhetzung und schloss sich der Forderung der Homosexuellen-Initiative HOSI nach einer strafrechtlichen Prüfung an.

Auch Alma Zadic, Menschenrechtssprecherin der Liste Pilz, zeigte sich in einer Aussendung entsetzt. Eine Entschuldigung Launs sei hier das Mindeste, so Zadic.

(APA)

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