Von Groër bis Jesuiten-Kolleg: Kirche und Missbrauch

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April 1995 - Österreich

Die katholische Kirche wird in regelmäßigen Abständen von Missbrauchs-Vorwürfen und -Skandalen erschüttert. Eine Chronologie der jüngsten Fälle.

Der Wiener Alt-Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groër, der von 1986 bis 1995 an der Spitze der Erzdiözese Wien stand, stürzt die katholische Kirche in Österreich in die schwerste Krise seit 1945, nachdem er zu den Vorwürfen, minderjährige Knaben sexuell missbraucht zu haben, beharrlich geschwiegen hatte. Der Vatikan bestellt Christoph Schönborn noch im April zu seinem Nachfolger.(c) APA (SCHNARR Ulrich)
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Juli 2000 - Großbritannien

Der Londoner Kardinal Cormac Murphy-O'Connor räumt Fehler ein: Er habe es in einer früheren Tätigkeit in den 1980er Jahren zugelassen, dass ein pädophiler Priester weiterarbeiten konnte. Dieser Priester war 1997 wegen des Missbrauchs von neun Jungen über einen Zeitraum von 20 Jahren zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.(c) © Paolo Cocco / Reuters
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April 2002 - Irland

Bischof Brendan Comiskey, einer der bekanntesten Geistlichen des Landes, tritt zurück. Ein Priester seiner Diözese, dem sexueller Missbrauch in 66 Fällen vorgeworfen wurde, hatte Selbstmord begangen.(c) AP (DAVID SLEATOR)
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Dezember 2002 - USA

Der Bostoner Kardinal Bernard Law tritt zurück. Ihm wird vorgeworfen, Täter in andere Gemeinden versetzt zu haben, um Missbrauchsfälle zu vertuschen.(c) AP (PETER DEJONG)
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Juli 2007 - USA

Die Erzdiözese Los Angeles stimmt der Zahlung von 660 Millionen Dollar an 500 Opfer sexueller Gewalt zu. Die Fälle reichen bis in die 1940er Jahre zurück.

Schon drei Jahre davor, im Februar 2004, wird ein von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebener Bericht veröffentlicht. Danach gab es zwischen 1950 bis 2002 insgesamt 10.667 Personen, die angaben, als Kinder Opfer sexueller Gewalt von US-Priestern gewesen zu sein.(c) REUTERS (© Mario Anzuoni / Reuters)
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April 2008 - USA

Papst Benedikt trifft während seines US-Besuchs Opfer sexueller Gewalt. Die katholische Kirche in den USA hat seit 1992 rund zwei Milliarden Dollar im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gezahlt.(c) REUTERS (© Max Rossi / Reuters)
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Juli 2008 - Australien

Der Papst entschuldigt sich für die Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche. Die Schuldigen müssten ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Zu dem Zeitpunkt sind 107 Fälle bekannt.(c) REUTERS (© Will Burgess / Reuters)
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Oktober 2009 - Kanada

Dem Bischof von Antigonish in Nova Scotia, Raymond Lahey, wird von Ermittlungsbehörden vorgeworfen, Kinderpornos besessen und importiert zu haben. Der Bischof war zuvor für die Einigung finanzieller Ausgleichszahlungen in Höhe von zwölf Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester zuständig.(c) REUTERS (© Chris Wattie / Reuters)
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Mai 2009 - Irland

Die Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch veröffentlicht nach neunjähriger Arbeit ihren Bericht. Demnach wurden Kinder jahrzehntelang von Priestern in katholischen Einrichtungen geschlagen und vergewaltigt.

Im November 2009 folgt der von der Regierung in Auftrag gegebene Murphy-Bericht über Missbrauchsfälle in Dublin in den Jahren 1975 bis 2004. Darin wird der Amtskirche vorgeworfen, bis in die 1990er Jahre hinein Fälle sexueller Gewalt an Kindern vertuscht zu haben.

Im Dezember 2009 spricht Papst Benedikt XVI. nach einem Treffen mit Vertretern der irischen Kirche von Schande und Empörung. Vier Bischöfe reichen ihren Rücktritt ein. Der Papst hat zunächst einen davon angenommen.(c) AP (ALESSANDRA TARANTINO)
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Jänner 2010 - Deutschland

Das Berliner Canisius-Kolleg gibt die ersten Missbrauchsfälle bekannt. Bis Ende Februar melden sich nach Anwaltsangaben 115 Betroffene die an Jesuiten-Schulen und anderen katholischen Einrichtungen in Deutschland angeblich missbraucht wurden. Die bis dato bekannt geworden Fälle sexuellen Missbrauchs hatten sich in den 70er und 80er Jahren zugetragen.(c) REUTERS (FABRIZIO BENSCH)
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Februar 2010 - Österreich

Die Erzdiözese Wien gibt bekannt, dass im Jahr 2009 17 Missbrauchsfällen an katholischen Schulen oder Pfarren in Österreich nachgegangen wurde. Laut dem Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gab es 2009 in der Erzdiözese Wien acht Fälle, in den Diözesen Graz, St. Pölten und Innsbruck jeweils zwei, in Linz, Salzburg und Eisenstadt jeweils einen Fall. Zwei aktuelle Fälle von Missbrauch werden derzeit betreut. In sechs Fällen wurde im vergangenen Jahr verjährten Missbrauchsfällen nachgegangen. In neun Fällen wurde abgeklärt, ob es sich tatsächlich um Missbrauch gehandelt hat. In den zwei aktuellen Missbrauchsfällen handelte es sich bei dem einen Täter um einen ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter und bei dem anderen um einen Würdenträger, der vom Dienst suspendiert wurde.(c) AP (Matthias Schrader)
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März 2010 - Österreich

Durch die Diskussion über Missbrauchsfälle in Deutschland ermutigt wenden sich mehrere Personen an die Öffentlichkeit: Der Erzabt im Salzburger Stift St. Peter soll vor 40 Jahren einen damals Minderjährigen missbraucht zu haben. Auch im Vorarlberger Zisterzienser-Internat Mehrerau soll ein Schüler sexuell missbraucht worden sein. Ein Religionslehrer aus dem Stift Admont soll sich in den 1970er Jahren des Missbrauchs schuldig gemacht haben, ebenso ein oststeirischer Priester und ein Salzburger Ordenspriester.(c) EPA (MIKE VOGL/NEUMAYR)
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