Massenpanik vor Moschee: 24 Tote in Timbuktu

Bei der Feier zum Geburtstag des Propheten Mohammed brach vor der bedeutenden Djinguereber-Moschee unter den Pilgern Panik aus. Mindestens 55 Menschen wurden im Gedränge verletzt.

Massenpanik Moschee Tote Timbuktu
Massenpanik Moschee Tote Timbuktu
(c) � Luc Gnago / Reuters

Bei einer Massenpanik vor einer großen Moschee in Mali sind dutzende Menschen zu Tode gekommen. Mindestens 24 Gläubige wurden in dem Gedränge am Donnerstagabend getötet, als zahlreiche Muslime in dem größten Gotteshaus von Timbuktu im Nordwesten Malis zusammenkamen, wie Ärzte am Freitag sagten. Mindestens 55 weitere Menschen wurden demnach verletzt.

Das Unglück ereignete sich an der Djinguereber-Moschee, wo sich die Gläubigen am Vorabend der Feiern zur Geburt des Propheten Mohammed versammelten. Die Menschen hätten ihre rituellen Runden um die Moschee gedreht, als Panik ausgebrochen sei, sagte ein Augenzeuge. Nach Angaben eines Vertreters der Stadtverwaltung war eine Passage wegen Bauarbeiten an der Moschee gesperrt. Daher hätten die Gläubigen eine andere Gasse genommen, die aber nicht für so viele Menschen geeignet gewesen sei. "Jemand hat geschrien, 'es gibt einen Toten', und daraufhin brach Panik aus", berichtete der Behördenvertreter.

16 Leichen wurden in das Krankenhaus von Timbuktu gebracht, wo zudem 55 Verletzte gezählt wurden. Nach Polizeiangaben wurden zudem "mindestens acht Tote" gar nicht erst in die Leichenhalle der Klinik eingeliefert, sondern sehr schnell bestattet, wie es im Islam üblich ist. Den Angaben zufolge waren Mitarbeiter des Zivilschutzes "sehr schnell" zur Stelle, um den "zahlreichen Verletzten" zu helfen.

Jedes Jahr kommen tausende Pilger anlässlich des Geburtstages von Mohammed nach Timbuktu, wo die im 14. Jahrhundert vor allem aus Lehm erbaute Djinguereber-Moschee steht. Die Wüstenstadt Timbuktu war im 15. und 16. Jahrhundert ein intellektuelles und religiöses Zentrum, von dem aus der Islam in Afrika weiterverbreitet wurde. Derzeit wird die Moschee renoviert, die Arbeiten werden nach Angaben der Stadtverwaltung vom Aga Khan finanziert. Der Aga Khan ist das Oberhaupt der Ismailiten, die zu den Schiiten zählen.

Tödliche Massenpanik bei religiösen Feiern

Bei religiösen Treffen mit tausenden Gläubigen kommt es immer wieder zu schweren Unglücken. 2006 wurden mindestens 364 Muslime getötet, als bei der Hadsch in Mekka eine Massenpanik ausbrach. In einem Gedränge an einem hinduistischen Tempel in Rajasthan wurden 2008 224 Menschen totgetrampelt.

(APA)

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