Ein Jahr voller Festtage: Was warum gefeiert wird

Vom 1. Jänner bis zum 26. Dezember: 13 gesetzliche Feiertage kennt Österreich. Und liegt damit ziemlich genau im Europa-Durchschnitt.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Neujahr: 1. Jänner

 Selbst unter Katholiken ist oft unklar, was am Tag nach den Silvesterfeiern gefeiert wird: das Hochfest der Gottesmutter Maria. Der an der Uni Wien lehrende Jan-Heiner Tück hat jüngst vorgeschlagen, aus Solidarität mit den Juden am 1. Jänner (wie früher) der Beschneidung Jesu zu gedenken.

 

Heilige Drei Könige: 6. Jänner

Der Dreikönigstag ist tief im Brauchtum verankert. Am, so der korrekte Name, Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie), sammeln Sternsinger Geld für Kinder in Not und schreiben C+M+B auf Türstöcke: Christus mansionem benedicat (Christus segne das Haus).

 

Ostermontag: 22. April (Datum ändert sich jährlich)

Der Ostermontag ist nicht im Konkordat zwischen Republik Österreich und Heiligem Stuhl verankert und kein gebotener Feiertag (Messbesuch nicht verpflichtend). Vielerorts hat sich, angelehnt an die nachösterliche Jesus-Begegnung in Emmaus, der Emmaus-(spazier)gang etabliert.

 

Staatsfeiertag: 1. Mai

Der Staatsfeiertag, der Tag der Arbeit, hat in Österreich den Höhepunkt mit dem Aufmarsch von Sozialdemokratie/Gewerkschaft vor Wiens Rathaus. 2016 wurde Kanzler Werner Faymann ausgebuht. Seit 1890 existieren Kundgebungen, seit 1919 ist der 1. Mai Feiertag.

 

Christi Himmelfahrt: 30. Mai

Der erste der zwei stets auf einen Donnerstag fallenden Feiertage: Am 40. Tag nach Ostern wird seit dem vierten Jahrhundert der Himmelfahrt Jesu gedacht.

 

Pfingstmontag: 10. Juni

Wie der Ostermontag nicht im Konkordat verankert, das seit 1934 gilt. Papst Franziskus hat hier erst 2018 einen neuen Marienfeiertag (den wievielten eigentlich?) angesetzt: Maria, Mutter der Kirche.

 

Fronleichnam: 20. Juni

An keinem anderen Feiertag (Hochfest des Leibes und Blutes Christi) müssen so viele Polizisten Dienst tun. Sie haben Prozessionen zu sichern, bei der eine Monstranz mit Hostie durch die Orte getragen wird.

 

Mariä Himmelfahrt: 15. August

Einer der ältesten Mariengedenktage wird am Wörther- und Bodensee mit Schiffsprozessionen gefeiert. 1950 hat Pius XII. die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel als (bisher letztes) Dogma formuliert.

 

Nationalfeiertag: 26. Oktober

Der jüngste, erst im Jahr 1965 beschlossene Feiertag. Am früheren Tag der Fahne wird an den Beschluss der Neutralität erinnert – und an die Unabhängigkeit Österreichs.

 

Allerheiligen: 1. November

Friedhofsbesuche sind zu Allerheiligen üblich – dabei wird an diesem Tag in der katholischen Kirche eigentlich der Heiligen gedacht – seit dem achten Jahrhundert am 1. November. Der Gedenktag für alle Verstorbenen ist einen Tag später: Allerseelen. Da haben nur Schüler frei – und Lehrer.

 

Mariä Empfängnis: 8. Dezember

Oft missverstanden, heute überhaupt schwer zu verstehen: Die katholische Kirche feiert nicht die Empfängnis Jesu, sondern, dass Maria laut Dogma (1854) ohne Erbsünde war. Seit 1995 ist das Aufsperren im Handel zum Missfallen der Kirche von zehn bis 18 Uhr erlaubt.

 

Christtag: 25. Dezember

Weihnachten, die Geburt von Jesus – liturgisch erinnert zunächst die Christmette daran –, ist eines der populärsten Feste der Menschheit überhaupt. Umrankt und überlagert ist es von vielen Bräuchen. Was oft vergessen wird: Tatsächlich gilt Ostern als das wichtigste Fest der Christenheit.

 

Stefanitag: 26. Dezember

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist in den meisten Ländern Europas arbeitsfrei. Seit dem vierten Jahrhundert wird des ersten christlichen Märtyrers gedacht. Verpflichtung zum Kirchgang besteht nicht, der Tag ist im Konkordat auch nicht als Feiertag geschützt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2019)

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