Gewaltvorwürfe gegen Bischof Fischer: Kein Rücktritt

Der Untersuchungsbericht von Psychiater Hartmann Hinterhuber liegt vor. Dieser hält die Vorwürfe nicht für gravierend genug für einen Rücktritt. Fischer wird sich voraussichtlich öffentlich entschuldigen.

PK DI�ZESE FELDKIRCH STELLUNGNAHME ZUR AKTUELLEN SITUATION: ELMAR FISCHER
PK DI�ZESE FELDKIRCH STELLUNGNAHME ZUR AKTUELLEN SITUATION: ELMAR FISCHER
Bischof Elmar Fischer – (c) APA/DIETMAR STIPLOVSEK (Dietmar Stiplovsek)

Wien. Am Montag ist er per Post im Ordinariat Feldkirch eingetroffen, der lang erwartete Experten-Bericht über die Gewaltvorwürfe gegen den Vorarlberger Bischof Elmar Fischer. Dies brachte die „Presse" aus dessen Umgebung in Erfahrung. Der genaue Inhalt des ungefähr zehn Seiten starken Berichts wird noch geheim gehalten. So viel sickert aber durch: Der mit der Untersuchung beauftragt gewesene Innsbrucker Psychiater Hartmann Hinterhuber empfiehlt dem 74-jährigen Diözesanbischof nicht, zurückzutreten. Dafür werden die Vorwürfe offenbar als nicht gravierend genug erachtet.

Und Fischer denkt selbst offenbar auch nicht daran, einen solchen Schritt tun. Er wird sich voraussichtlich öffentlich entschuldigen, Schüler körperlich attackiert zu haben. Fischer wurde vorgeworfen, Schüler durch (Box-)Schläge verletzt, einem sogar eine Rippe gebrochen zu haben.

In den nächsten Tagen soll zeitgleich zur Erklärung des Bischofs eine Kurzfassung des Untersuchungsberichts veröffentlicht werden. In den vergangenen Wochen war die Diözese wegen der Vorwürfe gelähmt. Nächstes Jahr muss Fischer jedenfalls gehen - wenn er mit 75 Jahren das Pensionsalter erreicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2010)

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