Wien: Kirche stoppt Demontage des Papstkreuzes

Ein Spitzengespräch zwischen Bürgermeister Häupl und Kardinal Schönborn soll das weitere Vorgehen bei der Demontage des Papstkreuzes im Wiener Donaupark klären. Wahrscheinlich bleibt das Kreuz sogar.

WienDonaupark Kirche stoppt Demontage
WienDonaupark Kirche stoppt Demontage
(c) Michaela Bruckberger

WIEN. Die Demontage des Papstkreuzes im Wiener Donaupark wurde am Mittwoch (vorläufig) gestoppt. Die Causa ist außerdem zur Chefsache erklärt worden. Bürgermeister Michael Häupl und Kardinal Christoph Schönborn wollen persönlich über das Vorgehen beraten. Und: Mittlerweile gilt es als wahrscheinlich, dass das Kreuz erhalten bleiben wird.

Der Chef des Bauamts der Erzdiözese Wien Architekt Harald Gnilsen sagt der Presse: „Wir halten inne und warten, ob weitere Dinge passieren, die die Entscheidung beeinflussen.“ Soll heißen: Ob es (Mit-)Financiers einer 400.000 Euro teuren Sanierung des großen Stahlkreuzes gibt. Vizekanzler Josef Pröll soll jetzt Unterstützung für die Sanierung des Papstkreuzes durch den Bund signalisiert haben.

Das Kreuz wurde für eine Messe mit Papst Johannes Paul II. am 12. September 1983 errichtet, ist 40 Meter hoch und 56 Tonnen schwer. An der Liturgiefeier nahmen damals trotz Regens ungefähr 350.000 Menschen teil – der größte Gottesdienst, der je in Österreich stattgefunden hat und eine der größten Massenveranstaltungen des Landes.

Rostige Nägel

Bauamtsleiter Gnilsen betont die Notwendigkeit der Sanierung: „Das Kreuz ist aus Stahl, Rost hat viele Schrauben bereits aufgelöst. Es müsste daher aus Sicherheitsgründen abmontiert und saniert werden.“ Weder Bürgermeister Häupl noch Erzbischof Schönborn haben Interesse, als jene zu gelten, die das Papstkreuz entfernen ließen. ÖVP und FPÖ haben sich im Wiener Vorwahlkampf für den Erhalt ausgesprochen. Das Kreuz war von der Erzdiözese auf einem Grundstück der Stadt errichtet worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17. 6. 2010)

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