53.000 Ministranten bei Papst Benedikt in Rom

An der internationalen Wallfahrt nehmen auch 3200 Ministranten aus Österreich teil. Am Mittwoch sind sie zu einer Audienz beim Papst geladen. Für die Veranstalter ist Missbrauch kein großes Thema.

53000 Ministranten internationaler Wallfahrt
53000 Ministranten internationaler Wallfahrt
Symbolbild Ministranten – (c) AP (ESTEBAN FELIX)

Mit dem Aufstellen einer Statue des Ministranten-Patrons Tarcisius auf dem Petersplatz in Rom ist am Montag die Internationale Ministrantenwallfahrt gestartet. Zu dem Großtreffen unter dem Titel "Aus der wahren Quelle trinken" hatten sich mehr als 53.000 Mädchen und Buben aus 17 Ländern angemeldet. Aus Österreich sind rund 3200 Ministranten nach Rom gepilgert, die meisten davon kommen aus den Diözesen Linz und Wien, wie Kathpress meldet. Höhepunkte des Treffens sind ein Abendgebet auf dem Petersplatz am Dienstag und eine Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. am Mittwoch.

Neben den zentralen Veranstaltungen absolvieren die einzelnen Diözesangruppen auch ein kulturelles und spirituelles Rahmenprogramm. Dazu sind aus Österreich u.a. Bischof Ludwig Schwarz, Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Jakob Bürgler und der diözesane Referent für Ministrantenpastoral der Diözese Graz-Seckau, Johannes Huber, angereist.

Veranstalter: Missbrauch kein großes Thema

Wie die Organisatoren am Montag mitteilten, werde die Veranstaltung in keiner Weise vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überschattet. Vor dem Hintergrund der Pädophiliefälle habe es zwar Rückfragen von Eltern zur Betreuung der Jugendlichen, aber keine einzige Abmeldung gegeben, sagte Peter Hahnen, der Vizepräsident der Internationalen Ministrantenvereinigung CIM (Coetus Internationalis Ministrantium), am Montag in Rom vor Journalisten.

Beim Treffen gehe es nicht darum, mit Zehntausenden Jugendlichen "die Reihen fest zu schließen oder die Augen vor den Problemen zu verschließen", im Vordergrund stehe vielmehr die Wallfahrt und das gemeinsame Feiern, so Hahnen. Der Zulauf zu dem Treffen bedeute auch einen Vertrauensvorschuss und eine Verantwortung für die Beauftragten der Ministrantenpastoral.

CIM-Präsident Weihbischof Martin Gächter unterstrich, sexueller Missbrauch betreffe teils Jahrzehnte zurückliegende Vorgänge und stelle aus seiner Sicht "kein besonders aktuelles Problem für das Pfarreileben" dar. Ein Beleg dafür sei, dass die Ministranten zahlreicher als je zuvor zu der internationalen Begegnung nach Rom gekommen seien.

Denkmal für erschlagenen Märtyrer

Die rund fünf Meter hohe und fünf Tonnen schwere Tarcisius-Plastik des Schweizer Künstlers Bernhard Lang traf auf einem Tieflader im Vatikan ein. Die Skulptur soll am kommenden Mittwoch von Papst Benedikt XVI. gesegnet werden und anschließend bei der römischen Calixtus-Katakombe an der Via Appia Antica ihren endgültigen Platz finden. Das Werk war zuvor bereits bei nationalen Ministrantentreffen in der Schweiz, Luxemburg und Ungarn dabei gewesen.

Der hl. Tarcisius soll ein junger christlicher Bub im Rom des 3. Jahrhunderts gewesen sein, der regelmäßig Kranken die Krankenkommunion brachte. Auf dem Weg zu einem Kranken soll er von Gleichaltrigen aufgehalten und erschlagen worden sein, als er sich weigerte, ihnen herauszugeben, was er bei sich trug.

(APA)

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