USA: 30 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer

Das Opfer war von einem katholischen Priester sexuell missbraucht worden. Die Gemeinde ist laut Gericht mitverantwortlich.

Missbrauch
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Missbrauch – (c) AP (Matthias Rietschel)

Ein Geschworenengericht im US-Staat Delaware hat einem mutmaßlichen Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen 30 Millionen Dollar Schadenersatz (knapp 22,9 Millionen Euro) zugesprochen. Es sei bei weitem die höchste Summe, die jemals in einem einzigen Gerichtsurteil im Zusammenhang mit einem solchen Missbrauchsfall angeordnet worden sei, hieß es aus Expertenkreisen am Mittwoch. Der Kläger hatte vor Gericht ausgesagt, er sei als Bub in den 60-er Jahren von einem katholischen Priester sexuell missbraucht worden.

Laut der Entscheidung des Gerichts in der Stadt Baltimore war die Kirchengemeinde St. Elizabeth's in der Stadt Wilmington für den Missbrauch mitverantwortlich und muss dem Kläger daher drei Millionen der insgesamt 30 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Zuvor hatte ein Richter den Priester Francis DeLuca des Missbrauchs an dem Kläger John V. für schuldig befunden. Der 80-jährige Geistliche war 2008 aus dem Priesteramt verstoßen worden. Wegen des wiederholten Missbrauchs an seinem 18-jährigen Großneffen war DeLuca 60 Tage in einem New Yorker Gefängnis gesessen.

(APA)

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