Rotterdam: Größte Moschee Europas eröffnet

Die Moschee mit den zwei 50 Meter hohen Minaretten bietet 3000 Gläubigen Platz. Der Bau wurde aus Spenden finanziert und hat sich nach Protesten durch Rechtspopulisten verzögert.

Rotterdam Groesste Moschee Europas
Rotterdam Groesste Moschee Europas
(c) EPA (Valerie Kuypers)

Die größte Moschee Westeuropas mit Platz für bis zu 3000 Menschen ist am Freitag im niederländischen Rotterdam eingeweiht worden. Zur Eröffnung des mit zwei 50 Meter hohen Minaretten ausgestatteten Gebäudes zerschnitt Bürgermeister Ahmed Aboutaleb laut Stadtverwaltung ein symbolisches Band. Abdelrazak Boutaher vom Verwaltungsrat der Moscheegemeinde erklärte, das Bauwerk in der zweitgrößten Stadt der Niederlande solle ein "für alle offenes Zentrum der Barmherzigkeit und der gegenseitigen Verständigung" werden. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders schrieb hingegen im Kurznachrichtendienst Twitter: "Das ist Wahnsinn. Dieses fürchterliche Ding gehört nicht hierher, sondern nach Saudi-Arabien."

Nach Angaben der Bauherren ist der Männern vorbehaltene Gebetsraum im ersten Stock des Gotteshauses 2000 Quadratmeter groß und von einer 25 Meter hohen Kuppel überdacht. Frauen könnten den Imam durch ein Loch im Boden des zweiten Geschosses hören und sehen. Im Erdgeschoss befinde sich eine Hausaufgabenhilfe für Schüler und in der dritten Etage eine Bibliothek.

Der Bau der Moschee hatte im Jahr 2003 begonnen und sollte ursprünglich zwei Jahre dauern. Wegen Protesten lokaler Rechtspopulisten verlängerte sich die Bauzeit letztendlich auf sieben Jahre. Finanziert wurde das Gebäude aus Spenden, unter anderem des Finanzministers der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Raschid el Maktum. Die Höhe der Baukosten ist nicht bekannt. In den Niederlanden haben etwa 20 Prozent der 16,5 Millionen Einwohner ausländische Wurzeln. Die meisten von ihnen stammen aus muslimischen Ländern, vornehmlich aus Marokko, der Türkei und Indonesien.

(Ag.)

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