Diözesen legen Priester-Ausbildung zusammen

Zu wenige interessieren sich für eine Priesterausbildung, daher müssen die Seminare kooperieren. Geschlossen werden sie aber nicht, beteuern die Diözesen. Salzburg behält ein eigenständiges Priesterseminar.

Priesterseminar
Priesterseminar
Priesterseminar – (c) (Fabry Clemens)

Weil der Andrang zu gering ist, werden die österreichischen Diözesen bei der Priesteramts-Ausbildung künftig verstärkt zusammenarbeiten. Linzer Priesterseminaristen werden einen Teil ihres Studiums ab Herbst in Innsbruck absolvieren, wo auch Anwärter aus der Diözese Feldkirch studieren, berichtet die Linzer Kirchenzeitung. Wien, St. Pölten und Eisenstadt sowie Graz und Klagenfurt wollen ihre Priester ebenfalls gemeinsam ausbilden.

Wie die Diözese Linz am Mittwoch mitteilte, gebe es in Oberösterreich derzeit nur mehr acht Priesteramtsanwärter. Bischof Ludwig Schwarz hat daher eine Neuregelung für Weltpriesterkandidaten in Kraft gesetzt - vorerst probeweise für fünf Jahre. Der Nachwuchs der Erzdiözese Wien sowie der Diözesen Eisenstadt und St. Pölten werde künftig gemeinsam in Wien ausgebildet, jener aus Gurk-Klagenfurt und Graz in der Steiermark. Nur die Erzdiözese Salzburg führe bis auf weiteres ihr Priesterseminar eigenständig weiter, hieß es in einer Presseaussendung.

Linzer Seminar soll nicht geschlossen werden

Das Priesterseminar in Linz, das seit 205 Jahren besteht, werde aber nicht geschlossen, betonte Regens Johann Hintermaier. Es soll weiterhin Ordenspriester, die an der benachbarten Katholisch-Theologischen Hochschule (KTU) studieren, sowie ausländische Studenten und Priester, die in der Diözese wirken wollen, beherbergen. Ein Teil der Räumlichkeiten wird bereits jetzt als Gästezimmer für Kurse oder Veranstaltungen vermietet.

Auch die Linzer Studenten, die künftig in Innsbruck lernen, sollen laut Hintermaier immer wieder in ihr Stammhaus zurückkehren. Lediglich der mittlere Teil der Ausbildung, der eine größere Gemeinschaft erfordere, erfolge in Tirol. Bereits diesen Herbst werden ein bis drei Studierende übersiedeln, die übrigen sollen nach und nach folgen. Im Jahr vor der Weihe werden die Seminaristen das Pastoraljahr in Linz absolvieren. Auch die Zusammenarbeit mit der KTU bleibe bestehen, so der Regens.

(APA)

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