Porträt: Emil Alexander Kahane, der elftreichste Österreicher

Der öffentlichkeits-scheue Banker ist mit seiner Schwester an Platz elf der reichsten Österreicher.

Engadin Kahane
Engadin Kahane
(c) AP (Arno Balzarini)

Der am Donnerstag bei einem Flugzeugunglück verletzte Emil Alexander Kahane (53) ist ein Erbe des österreichischen Industriegründers Karl Kahane. Der öffentlichkeitsscheue Banker - es existieren kaum öffentlich zugängliche Fotos - ist Verwaltungsratspräsident der Jungbunzlauer Holding AG und sitzt im Aufsichtsrat der Gutmann Bank, aber auch im Beirat des Bruno Kreisky-Forums. Sein 1993 verstorbener Vater Karl galt als enger Vertrauter des früheren Bundeskanzlers.

Der "trend" reiht Kahane und seine Schwester Patricia an Stelle elf der hundert reichsten Österreicher mit einem geschätzten Vermögen von 2 Mrd. Euro.

Der am 1. Mai 1955 geborene Emil Alexander Kahane ist Verwaltungsratschef einer Basel sitzernden Holding, zu der der Zitronensäure-Herstellers Jungbunzlauer gehört, der in Laa/Thaya eine Fabrik betreibt. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Privatbank Gutmann am Wiener Schwarzenbergplatz, die auf Vermögensverwaltung für betuchte Kunden spezialisiert ist. Die Gutmann-Bank hat Tochterfirmen in Prag und Budapest und beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter. Die Kahanes steuern ihr Imperium über ihre Holding im eidgenössischen Chur.

Vater Karl (1920 bis 1993) war ein Unternehmer, wirtschaftspolitischer Berater und enger Freund des 1990 verstorbenen Bundeskanzlers Bruno Kreisky. Den Kahanes gehörten über die Montana-Gruppe traditionsreiche heimische Industriebetriebe wie die Donau-Chemie, der Baustoffproduzent Terranova und die in der RHI aufgegangenen Veitscher Magnesitwerke. Die Ausschüttungen und spätere Verkaufserlöse machten die Kahanes "zu einer der reichsten Wirtschaftsdynastien des Landes", schreibt das "Format" in seiner aktuellen Ausgabe.

Ein kleinerer Teil der Gutmann- und Jungbunzlauer-Ausschüttungen fließt in die Karl-Kahane-Stifung, aus deren Mitteln u.a. palästinensische Fachärzte geschult werden. Firmenpatriarch Karl Kahane soll hinter den Kulissen Kreiskys Politik der Vermittlung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern mitbeeinflusst haben.

 

(APA)

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