WWF: Mehr Tiger in US-Haushalten als in Wildnis

Laut WWF leben etwa 5000 Tiger in amerikanischen Haushalten, in Freiheit allerdings nur rund 3200. In Indien ist indes die Population in den vergangenen Jahren um fast ein Drittel gestiegen.

Noch vor einem Jahrhundert gab es Schätzungen zufolge rund 100.000 Tiger.
Noch vor einem Jahrhundert gab es Schätzungen zufolge rund 100.000 Tiger.
Noch vor einem Jahrhundert gab es Schätzungen zufolge rund 100.000 Tiger. – (c) EPA (Michael Reynolds)

Einem WWF-Bericht zufolge werden in US-amerikanischen Haushalten etwa 5000 Tiger gehalten - das sind weit mehr als in Wildnis lebende Tiere. In der freien Wildbahn gibt es nur mehr rund 3200 der gestreiften Raubkatzen. Die Tierschutzorganisation warnt vor dem boomenden Schwarzmarkt für Tigerprodukte und die Gefahr für die öffentliche Sicherheit, wenn die Tiere daheim gehalten werden. Gute Nachrichten für die großen Katzen gibt es unterdessen aus Indien: Die Zahl der Tiere ist dort in den vergangenen Jahren um fast ein Drittel gestiegen.

In vielen Ländern können Menschen legal einen Tiger in ihrem Haus halten, ohne dies bei öffentlichen Behörden oder an die Nachbarn zu melden. Offenbar ist es in einigen Ländern sogar leichter, einen Tiger zu halten, als einen Hund aus einem Tierheim zu adoptieren, heißt es in dem WWF-Bericht. Die Tierschutzorganisation verweist bei dem Thema vor allem auf das Risiko für Mensch und Tier: Einerseits stellt die illegale Haltung der Raubkatzen eine große Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, andererseits beflügelt sie den Schwarzmarkt für Tigerprodukte. 

Außerdem steige durch die hohe Nachfrage an Schwarzmarktverkäufen auch die Nachfrage an wild lebenden Tieren. WWF fordere daher ein Verbot von Tigern im Privateigentum.

Indien: Zahl der Tiger in Indien gestiegen

Indien vermeldet indes einen Erfolg bei der Population von frei lebenden Tigern: 2226 Raubkatzen seien für den jüngsten Tigerbericht gezählt worden, sagte Umweltschutzminister Prakash Javadekar am Dienstag in Neu Delhi. Vier Jahre zuvor seien es nur 1700 Tiger gewesen.

"Das ist eine großartige Leistung", sagte Javadekar. Seinen Angaben zufolge leben in Indien etwa 70 Prozent der weltweiten Tigerpopulation.

Noch vor einem Jahrhundert gab es Schätzungen zufolge rund 100.000 Tiger. Wildtierjagd und der internationale Handel mit Tigerteilen wie Knochen reduzierte die Zahl der gestreiften Raubkatzen drastisch. 2006 streiften nur noch 1411 Tiger durch Indien.

Seitdem ging die Regierung hart gegen Wilderer vor und schuf strenge Regeln für die Schutzgebiete. Tierschützer halten die nun stabile oder sogar ansteigende Tigerpopulation für einen großen Erfolg, gerade angesichts der hohen Bevölkerungsdichte in Indien.

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>> Zum WWF-Bericht

(susa/APA/dpa)

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