Stronach in der ZIB2: "Sie wollen streiten mit mir?"

Bis Herbst will Ex-Magna-Chef Frank Stronach entscheiden, ob er eine neue Partei in Österreich gründet. Es war ein ungewöhnlicher TV-Auftritt.

Stronach ZIB2 wollen streiten
Stronach ZIB2 wollen streiten
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"Kein Verrat an Österreich", "Nein zum ESM". In Zeitungsinseraten hat der austro-kanadische Milliardär und Magna-Gründer Frank Stronach Abgeordnete des Nationalrats davor gewarnt, dem Rettungsschirm zuzustimmen. Der ORF lud ihn deshalb zum ZIB2-Interview, das einigermaßen ungewöhnlich ablief.

Gleich zu Beginn äußerte Stronach wenig Begeisterung über einen Beitrag, der vor dem Interview eingespielt worden war. Er sei fälschlicherweise als Wutbürger porträtiert worden. Er sei aber ein Mutbürger. Stronach ließ in der Folge ZIB2-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher nicht zu Wort kommen. "Ich bin ein Steuerzahler und ich verlange, dass ich hier das Recht habe, mich auszudrücken". Als Lorenz-Dittlbacher versucht, ihre erste Frage zu stellen, konterte Stronach: "Sie wollen streiten mit mir?"

Dann erklärte er sichtlich aufgebracht: "EMS steht eigentlich für europäische Schuldenmacherei". EMS? Gemeint war der europäische Rettungsschirm ESM. Und: "Der ORF ist Part des Systems, das verhindert, dass die Menschen die Wahrheit erfahren".

Sigi Wolf als "sehr guter Bundeskanzler"

Bis Herbst soll eine Entscheidung fallen, ob Stronach eine neue Partei gründen oder unterstützen wird. Nach Angaben von Stronach denkt der frühere Magna-Manager und jetzt in Russland tätige Siegfried Wolf über eine Kandidatur nach. Er habe zwar nicht Ja, aber auch nicht Nein gesagt. Stronach ist überzeugt: "Sigi Wolf würde einen sehr guten Bundeskanzler machen".

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BZÖ-Obmann Josef Bucher bezeichnete er als "netten, angenehmen Burschen", mit dem er sich mehrmals getroffen habe. Viele Leute würden ihm aber sagen, er solle etwas Neues machen.

Stronach empfiehlt Rückkehr zum Schilling

Stronach betonte, dass er für ein "starkes Europa" sei. Österreich solle aber durchaus zum Schilling zurückkehren. "Nur durch die Währungen der einzelnen Länder können wir Wohlstand schaffen". Die Skepsis von Wirtschaftsforschern diesbezüglich bezeichnet er als Blödsinn. Diese hätten im Gegensatz zu ihm noch niemals Arbeitsplätze geschaffen.

Auch am Ende des Interviews hatte es Stronach eilig. Er stand auf und verließ die Sendung, noch ehe Lorenz-Dittlbacher abmoderiert hatte.

(Red.)

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