Trend: So viele Winterradler wie noch nie

Bei den Zählstellen wurden an einem durchschnittlichen Wintertag rund 92.000 Fahrten mit dem Fahrrad registriert. Auch die Wiener Citybikes blieben diese Saison im Einsatz.

Trend viele Winterradler noch
Trend viele Winterradler noch
Trend viele Winterradler noch – (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Wien/Stu. Der Trend zum Radfahren hält an – selbst bei winterlichen Temperaturen. Das haben nicht nur das Argus-Radfestival und die Radparade um den Ring am Wochenende gezeigt. Auch im Winter waren in Wien so viele Radler unterwegs wie nie: Bei den Zählstellen wurden an einem durchschnittlichen Wintertag rund 92.000 Fahrten registriert.

Von diesem Trend profitieren die Vienna Citybikes. Wiener und Touristen spulen mit den Leihrädern, die an mehr als 100 Standorten verfügbar sind, immer mehr Kilometer ab: Bis Sonntag waren es allein in diesem Jahr rund 154.000 Kilometer – obwohl das Wetter bisher winterlich, kalt und unfreundlich war. Derzeit gibt es mehr als 400.000 angemeldete Citybike-Nutzer. Und dieses Jahr wurden die Räder nicht eingewintert, sondern waren laufend an den Stationen verfügbar. Durch den Erfolg überlegt die Gewista einen weiteren Ausbau der Stationen, die derzeit nur innerhalb des Gürtels zu finden sind: Man baue ständig aus, es sei aber auch eine Frage des Geldes, heißt es dort.

Finanziert werden die rund 1200 Citybikes hauptsächlich durch die angebrachte Werbung – der Betrieb selbst rentiert sich für die Gewista kaum: Die erste Stunde mit dem Citybike ist gratis. Und 98 Prozent der Fahrten dauern kürzer als eine Stunde. Erst ab der zweiten Stunde fällt ein Tarif (ein Euro) an, der steigt, je länger das Fahrrad benutzt wird.

 

Vorwahlkampf mit Rädern

Gewista-Untersuchungen belegen, dass 50 Prozent der Wege kürzer als fünf Kilometer sind. Die Citybikes etablieren sich also als Alternative im Stadtverkehr – für Wiener, die kein Fahrrad besitzen bzw. ihr teures Rad nicht laufend in der Stadt stehen lassen wollen. Immerhin werden in Wien (im Bundesländervergleich) mit Abstand die meisten Fahrräder gestohlen. Fast 9000 Räder wechselten im Vorjahr in Wien unfreiwillig ihren Besitzer – eine satte Steigerung um 15 Prozent gegenüber 2011.

Radfahren besitzt aber auch eine politische Dimension. Im Jahr der Nationalratswahl touren die Grünen wieder mit ihrer Radrettung durch die Wiener Bezirke: Seit Samstag überprüft ein grünes Team kostenlos Fahrräder und führt kleinere Reparaturen durch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2013)

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