Wiener Sängerknaben sollen Miete zahlen

Der Rechnungshof sieht die Mietfreistellung für die Sängerknaben im Palais Augarten als versteckte Subvention. Nun wird eine Lösung gesucht.

Wiener Sängerknaben sollen Miete zahlen (Archivbild)
Wiener Sängerknaben sollen Miete zahlen (Archivbild)
APA/BARBARA GINDL

Kaum ist der - nicht gänzlich unumstrittene - Konzertsaal fertig, stehen die Wiener Sängerknaben vor einem neuen Problem: Sie residieren derzeit gratis im Palais Augarten und sollen dafür demnächst Miete zahlen. Anlass dafür ist eine Kritik des Rechnungshofs, der eine versteckte Subvention ortete. Ob tatsächlich monatlich 17.200 Euro gezahlt werden müssen, wie am Mittwoch medial kolportiert wurde, ist allerdings offen.

"Wir verhandeln mit den Sängerknaben über eine Lösung", berichtete Burghauptmann Reinhold Sahl. Er wurde vom Wirtschaftsministerium mit der Angelegenheit betraut. Eigentümer des Palais Augarten ist die Republik. Den Sängerknaben wurde zuletzt durch Investitionen, die sie getätigt haben, eine Mietfreistellung gewährt.

Nun sollen sie wieder zahlen bzw. eine andere Lösung gefunden werden. Wie eine solche aussehen könnte, wollte Sahl angesichts der laufenden Verhandlungen nicht sagen. Zudem gebe es verschiedene Modelle, die geprüft würden.

Präsident will 17.200 Euro nicht akzeptieren

Der Präsident der Wiener Sängerknaben, Walter Nettig, ließ in Zeitungsinterviews anklingen, dass er eine Miete von 17.200 Euro nicht akzeptieren werde. In so einem Fall sei es nicht mehr möglich, die Dienstleistungen bzw. die Qualität aufrecht zu erhalten. Nötig wären dann Subventionen, versicherte Nettig.

Die Burghauptmannschaft wird sich jedoch bald um einen neuen Verhandlungspartner umsehen müssen. Nettig wird Ende August seinen Präsidentensessel bei den Sängerknaben räumen. Der einstige Wiener Wirtschaftskammerpräsident - und ehemalige Sängerknabe - hat dieses Amt 2008 angetreten.

(APA)

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