Wien: DC Tower fertig, aber nur halb voll

Am 1.Oktober eröffnete der 250 Meter hohe DC Tower in Wien Donaustadt. Vermietet sind erst rund 50 Prozent der Flächen - unter anderen an Baxter, Worseg und John Harris.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH

Wien. Fertig ist er noch lange nicht, vor allem innen. Komplett vermietet schon gar nicht. Dennoch spricht Thomas Jakoubek, Vorstand der Eigentümerin WED (Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum AG), von einem Vollbetrieb ab 1. Oktober. „Baxter zieht gerade ein, John Harris folgt im Dezember“, sagt Jakoubek zur „Presse“.

Drei Jahre lang wurde an dem – inklusive 30 Meter hoher Antenne – 250 Meter hohen DC Tower 1 gebaut. Auch wenn die WED gern vom höchsten Gebäude Österreichs spricht, stimmt das nur bedingt. Höher ist nämlich nach wie vor der Donauturm mit 252 Meter. Das höchste Hochhaus Österreichs ist der DC Tower in der Donaustadt allemal. Und das lässt sich die WED einiges kosten. Nicht nur, dass das Projekt in Summe 300 Millionen Euro gekostet hat. Auch der Quadratmeterpreis für die zukünftigen Mieter ist dementsprechend hoch. „Das ist ein Prime-Projekt, natürlich haben wir hohe Mieten“, so Jakoubek. Um die 20 Euro pro Quadratmeter müssen die Mieter für die Büroflächen zahlen – ein Preis, der sonst nur in der Innenstadt verlangt wird. Man will damit große internationale Unternehmen ansprechen. Derzeit seien „ein bisschen über 50 Prozent der Flächen vermietet“, sagt Jakoubek. Allerdings war schon vor einem Jahr von 50 Prozent die Rede.

DC Tower: Österreichs höchstes Haus ist fertig

John Harris, Worseg und Meliá

Der erste Mieter ist der Pharmakonzern Baxter, der mit 1. Oktober dort seinen Betrieb aufnimmt. Im zweiten Stock zieht ab Dezember die Fitnesskette John Harris auf 1700 Quadratmetern mit Indoorpool, Wellnessbereich und Terrasse ein. Im ersten sowie dritten bis 15. Stock wird die spanische Hotelkette Meliá ein Hotel mit rund 350 Zimmern einrichten. Die Eröffnung ist für Anfang 2014 geplant. Zum Hotel gehört dann auch das Restaurant im 57. Stock und die dazugehörige Skybar im 58. Stockwerk. Als Küchenchef wurde bereits der Tiroler Siegfried Kröpfl, der derzeit noch im Bristol tätig ist, angeworben. Ab Mitte Oktober will er sich auf das Restaurant im DC Tower konzentrieren. Ihm schwebt ein „mediterranes Konzept“ vor. Er wird auch für das etwas bodenständigere Restaurant im Erdgeschoß zuständig sein.

Insgesamt hat der DC Tower eine Nettonutzfläche von 72.700 Quadratmeter, davon stehen 44.000 für Büros zur Verfügung – wovon eben gut die Hälfte vermietet ist. Neben Baxter soll dort auch der Schönheitschirurg Artur Worseg eine Praxis eröffnen und die Hausverwaltung HSG Zander einziehen. Ob in der 53. bis 56. Etage zweigeschoßige Wohnungen entstehen werden, ist derzeit noch nicht klar. „Bautechnisch sind Büros oder Lofts möglich, wir lassen uns das noch offen“, so Jakoubek. Er sieht die halbe Auslastung recht gelassen. „Wir haben mehr Interessenten als restliche Mietfläche, das muss alles erst ausverhandelt werden. Wenn wir geschleudert hätten, wären wir schon voll.“

Zweiter Turm nicht vor 2016

Entworfen wurde der DC Tower vom französischen Architekten Dominique Perrault. Allerdings hat er einen zweiten, etwas kleineren Turm – den DC Tower 2 mit 168 Meter – geplant. Gemeinsam sollten die beiden Türme eine Art Tor zur Stadt bilden. Ob und wann es so weit ist, ist allerdings noch offen. Jakoubek dazu: „Für den zweiten Turm gibt es keinen definitiven Baubeginn. Die Planung liegt vor, aber wir werden nicht vor den nächsten zwei Jahren beginnen.“

Immerhin wurde gestern, Donnerstag, der Startschuss für das benachbarte Wohnprojekt DC Living gegeben. Bis Sommer 2015 sollen dort 300 frei finanzierte Eigentumswohnungen entstehen.

ZUM PROJEKT

DC Tower 1.Seit 18 Jahren wird an der Entwicklung der Vienna DC Donaucity gearbeitet. Dominique Perrault hat dort zwei Türme geplant, der DC Tower1 geht ab 1. Oktober in Betrieb. Drei Jahre wurde gebaut, 300 Millionen Euro hat er gekostet. Das mit 250 Metern höchste Hochhaus Österreichs beherbergt auf 60Stockwerken Büros, ein Hotel, Restaurants und ein Fitnessstudio.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2013)

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