Wien startet erste "Fußgänger-Highways"

Durch speziell ausgeschilderte Korridore will man das Spazieren schmackhafter machen. Im kommenden Jahr lädt Wien zu einer internationalen Fußgängerkonferenz.

Arvchivbild:  Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
Arvchivbild:  Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
Arvchivbild: Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou – (c) Clemens Fabry / Die Presse

Nach dem Radjahr 2013 will sich Wien nun verstärkt um Fußgänger kümmern. Noch heuer starten die ersten Stadt-Flanierrouten, die durch mehrere Bezirke führen und die Peripherie mit dem Zentrum spazierfreundlich verknüpfen sollen. Man habe sich vorerst für zwei Routen entschieden, sagte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch. Über den genauen Verlauf wollte die Ressortchefin noch nichts verraten, schließlich laufe die Detailplanung noch. Der Finanzierungsschlüssel mit den Bezirken - seitens derer gibt es laut Vassilakou diesbezüglich eine "hohe Motivation" - muss außerdem noch geklärt werden.

Nur so viel: Es gehe um mehrere Kilometer. Durch speziell ausgeschilderte Korridore und zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen entlang derselben - etwa breitere Gehsteige, mehr Sitzgelegenheiten, bessere Ampelschaltungen, Trinkwasserstellen, Begrünung oder stellenweise Bodenniveauangleichungen - will die Stadt den Wienern das Spazieren schmackhafter machen.

Die fußgängerfreundliche Gestaltung neuer Stadtteile und flächendeckende Tempo-30-Zonen in Wohngebieten, diese sind laut Ressortchefin so gut wie abgeschlossen, sollen auch ihr Schäuflein betragen. Schließlich will die Stadt den Passantenanteil am Gesamtverkehrsaufkommen in den kommenden zehn Jahren von derzeit 27 auf dann mindestens 30 Prozent heben.

Fußgängerkonferenz im Herbst 2015

Wien richtet außerdem im Oktober 2015 die Fußgängerkonferenz "Walk21" aus. Im Rathaus werden dazu bis zu 1000 Teilnehmer erwartet. Die Kosten für die Ausrichtung werden etwa 1,2 Millionen Euro betragen, sagte Vizebürgermeisterin Vassilakou am Mittwoch vor Journalisten.

Organisator ist der britische Experte Jim Walker, Präsident der Organisation "Walk21". Heuer findet das Treffen im Oktober in Sydney statt, die Konferenz wird seit dem Jahr 2000 jährlich abgehalten. Bei der laut Stadt "größten Fachkonferenz" zum Thema Fußverkehr vernetzen sich Kommunalpolitiker, Wissenschaftler und NGO-Vertreter aus der ganzen Welt.

Die Stadt erwartet sich von dem Treffen neue Impulse für Stadt- und Verkehrsplanung. "Das Zu-Fuß-Gehen in Städten erfährt eine globale Renaissance," sagt Vassilakou. Stadtverwaltungen müssten diesem Trend Rechnung tragen. Es gehe darum, eine "Stadt der kurzen Wege" zu schaffen. Schließlich habe gesteigerter Fußgänger-Verkehr positive Auswirkungen auf Gesundheit, soziale Beziehungen, Einzelhandel und Klima.  

(APA/Red.)

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