Hauseinsturz in Wien war offenbar Suizid

Die Explosion ist offenbar von dem 19-Jährigen verursacht worden, der am Samstag unmittelbar nach seiner Bergung starb.

WIEN: EXPLOSION IN RUDOLFSHEIM-F�NFHAUS - HAUS EINGEST�RZT
WIEN: EXPLOSION IN RUDOLFSHEIM-F�NFHAUS - HAUS EINGEST�RZT
Das Haus in der Mariahilfer Straße 182 am Samstag – (c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)

Die folgenschwere Explosion eines Wohnhauses in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus war offenbar die Folge eines Suizids. Wie die Polizei bestätigte, dürfte das 19-jährige Todesopfer versucht haben, sich durch eine manipulierte Gasleitung das Leben zu nehmen. Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane wurde in der Hand des Opfers, das kurz nach der Bergung starb, auch ein Feuerzeug gefunden.

Der junge Mann war fünf Stunden nach der Explosion, die kurz nach 10.00 Uhr eine gewaltige Druckwelle auslöste, von Feuerwehrleuten auf der Höhe des zweiten Stockwerks aus den Trümmern befreit worden. Er hatte offenbar an einem Gasherd manipuliert. Das Motiv für seinen Suizid, den er laut Polizei im Freundeskreis angekündigt hatte, waren persönliche Probleme.

Durch die Wucht der Explosion stürzten die beiden oberen Stockwerke des Hauses in der Mariahilfer Straße 182 am gestrigen Samstag ein.

''Sehr starke Druckwelle'': Hauseinsturz in Wien-Fünfhaus

Eine Frau (48) wurde erst knapp acht Stunden nach der Explosion aus den Schuttmassen geborgen, sie wurde nur leicht verletzt. Die Frau, die in einem Hohlraum überlebt hatte, wurde zunächst in der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt, konnte aber noch am Sonntagvormittag auf eine Normalstation verlegt werden, wie Andrea Danmayr, Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes, sagte. Sie war eine von drei Hausbewohnern, die sich noch in Spitälern befanden.

Ein Patient lag noch auf der Intensivstation, akute Lebensgefahr bestand nicht. Nach dem Hauseinsturz wurden 14 Personen in Krankenhäuser gebracht und großteils noch am selben Tag entlassen.

Dachziegel abgeräumt

Feuerwehrleute und eine Spezialfirma bemühten sich am Sonntag, das schwerst beschädigte Dach zu entfernen und das Gebäude zu stabilisieren. Noch in der Nacht hatte die Feuerwehr Dachziegel abgeräumt. Ehe eine Spezialfirma tätig werden konnte, mussten Feuerwehrleute weitere Sicherungsarbeiten durchführen und unter anderem Holzbalken zerteilen. Geplant war, das Dach noch am Sonntag herunterzunehmen, "um das Gebäude von der Last zu befreien, damit die Einsturzgefahr geringer ist", sagte Feuerwehrsprecher Christian Feiler. Sobald dies geschehen sei, würden die Fassaden des Eckhauses von außen gestützt, "damit das Haus nicht auseinanderbricht".

Wann die in dem Bereich gesperrte Mariahilfer Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, hängt von der Stabilität und eben diesen Stützungsmaßnahmen ab: Zuerst müssen Fachleute ausschließen, dass Erschütterungen durch vorbeifahrende Lkw oder Straßenbahnen das viergeschoßige Haus in Gefahr und womöglich zum Einsturz bringen können. Was mit dem Gebäude selbst geschieht, konnten die Fachleute laut Feiler vorläufig noch nicht sagen. Der zweite und dritte Stock müssen vermutlich abgetragen werden.

 

(APA)

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