Plachutta: AK verurteilt "diskriminierende Aussagen"

In der Debatte um die Entlassung eines Kellners kritisierte Restaurant-Besitzer Plachutta, dass sich die Arbeiterkammer für Slowaken einsetzt.

Retaurant Plachutta
Retaurant Plachutta
Retaurant Plachutta – Teresa ZÖTL

Der Fall eines Kellners, der wegen der Verwendung von Zucker aus den Beständen des Restaurants Plachutta entlassen wurde, sorgt weiter für Aufregung. Wie berichtet, hat das Arbeitsgericht laut Arbeiterkammer (AK) die Entlassung für unrechtmäßig erklärt. Der slowakische Kellner der Nobelrestaurant-Gruppe Plachutta hatte sich die "Fristlose" eingehandelt, nachdem er in seiner Pause selbst mitgebrachte Erdbeeren mit Staubzucker aus dem Lager des Restaurants gesüßt hatte. 

AK und Restaurant-Eigentümer Mario Plachutta lieferten sich daraufhin am Montag eine Auseinandersetzung via Presseaussendungen, in der Plachutta nach Ansicht der AK auch "diskriminierende Aussagen" über den ehemaligen Arbeitnehmer aus der Slowakei getätigt habe. Plachutta hatte sinngemäß geschrieben, dass es ihn wundere, dass sich die AK für den entlassenen Kellner einsetzte, wo dieser doch Slowake sei und seinen Lebensmittelpunkt in der Slowakei habe.

Die AK betont nun am Dienstag (wiederum in einer Presseaussendung), dass sie alle ihre Mitglieder gleich behandle, "ohne Unterschied und unabhängig von ihrer Herkunft". Gerade um den österreichischen Arbeitsmarkt zu schützen und um Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen, seien alle Arbeitnehmer gleich zu behandeln. Bezüglich des Gerichtsurteils zur Entlassung hält die Kammer fest: "Auch Herr Plachutta muss anerkennen, dass wir in einem Rechtsstaat leben und ein Gerichtsurteil akzeptieren".

Mario Plachutta wollte sich am heutigen Dienstag gegenüber der "Presse" nicht mehr zu dem Fall äußern.

Auszug aus der Plachutta-Pressemitteilung

"(...) Weiters möchten wir festhalten, dass es sich bei dem betreffendem Mitarbeiter, um einen slowakischen Staatsbürger handelt, der lediglich zu Arbeitszwecken temporär nach Österreich kommt, und seinen Lebensmittelpunkt und Hauptwohnsitz in der Slowakei unterhält. Es verwundert uns, dass gerade diese Interessensvertretung, die dieses System so anprangert, jene Leute und deren massives Fehlverhalten unterstützt.''

(Red.)

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