Gegendemo zwingt Pegida-Wien zum Aufgeben

Demonstranten blockierten auf der Freyung den ersten Marsch der Pegida, unter denen einige die Hand zum Hitlergruß erhoben.

Pegida-Kundgebung in Wien am Montagabend
Pegida-Kundgebung in Wien am Montagabend
Pegida-Kundgebung in Wien am Montagabend – APA/HERBERT P. OCZERET

Versucht hat er es, der österreichische Ableger der in Deutschland entstandenen islamfeindlichen Bewegung Pegida: Durch die Wiener Innenstadt zu marschieren. Rund 250 Anhänger hatten sich dazu auf der Freyung versammelt, doch angesichts einer etwa ebenso großen Schar an Gegendemonstranten konnte sich der "Spaziergang" nicht einmal in Bewegung setzen. Kurz nach 20 Uhr musste Pegida Wien ihren Marschversuch unverrichteter Dinge abbrechen.

Nachdem die Gegendemonstranten mehr als eineinhalb Stunden den Abmarsch der Pegida-Leute verhindert hatten, löste die Polizei die Kundgebung auf. Mittels Lautsprecher wurden die "Pegida"-Aktivisten und Gegner aufgefordert auseinanderzugehen. Ansonsten würden Identitätsfeststellungen und Anzeigen vorgenommen.Dies geschah dann auch. Festnahme gab es zunächst indes nur eine und zwar "nach Verwaltungsstrafrecht".

Pegida-Sprecher: "Ein starkes Zeichen"

Wiewohl der geplante Marsch nicht stattfinden konnte, wollten die Organisatoren nicht von einem Misserfolg reden. Den eigenen Anhängern wurde via Megafon zugerufen: "Das ist keine Niederlage." Pegida-Wien-Sprecher Georg Immanuel Nagel versicherte gegenüber der APA, dass bereits kommende Woche eine neue Kundgebung geplant sei, an welchem Tag, das ließ er noch offen. Schon heute sei es gelungen, ein "starkes Zeichen" zu setzen.

"Wir sind die Mauer, das Volk muss weg"

1200 Polizisten waren im Einsatz gewesen, um die Anhänger der Pegida deren Gegner, die zu einem großen Teil vermummt waren, zu trennen. Gegen 18.45 war es auf der Freyung zur Konfrontation gekommen. Eine Gruppe von "Antifaschisten" hatte eine Mauer gebildet und ließ die Pegida-Anhänger nicht durch. Die Stimmung heizte sich zusehends auf, die Konfliktparteien waren nur zehn Meter von einander entfernt.

Die 250 Pegida-Sympathisanten präsentierten sich als bunter Haufen, unter denen sich Abtreibungsgegner (mit einem Transparent mit der Aufschrift "Integriert die ungeborenen Kinder") ebenso befanden wie Tierschützer (sie wenden sich gegen das religiöse Schächten).

 

Pegida in Wien: Konfrontation auf der Freyung

Vereinzelt zeigten Leute aus den Reihen der Pegida-Anhänger nicht nur den sogenannten "Kühnengruß", sondern ganz unverblümt auch den "Hitlergruß", sogar ein "Sieg-Heil"-Ruf war zu hören. Die Polizei erklärte dazu via Twitter, alle Einsatzkräfte seien angewiesen, Verstöße gegen das Verbotsgesetz zu ahnden, "falls der Zugriff möglich ist".

Auf die Seite der Pegida hat sich übrigens ein prominenter Unterstützer geschlagen: Der frühere Dritte Nationalratspräsident Martin Graf von der FPÖ. 

"Wir marschieren für unser Volk", skandierten die Pegida-Anhänger, seitens ihrer Gegner schallte ihnen entgegen: "Ihr habt den Krieg verloren" und "Wir sind die Mauer, das Volk muss weg." Dazwischen 200 Polizisten, die versuchten, die Gruppen zu trennen, um eine direkte Konfrontation zu vermeiden. Zwei Hooligans aus den Reihen der Pegida-Demo gerieten kurz mit einigen Gegnern aneinander, Beamten der Sondereinheit Wega gelang es aber, dazwischenzugehen und das Gerangel zu beenden.

 

Die offizielle Gegendemonstration gegen den Pegida-Marsch ist indes kurz vor 19 Uhr am Stephansplatz ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Nachdem der Demonstrationszug mit rund 5000 Teilnehmern sein Ziel erreicht hatte, waren noch einige Reden geplant. Zu Ende ist der Protest damit freilich nicht.

 

 

(eko/APA/hd)

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